Über mich

Jedes Mal, wenn man eine “Über mich”-Seite schreibt, überlegt man, was anders geworden ist seit dem letzten Mal. Nun, in jedem Fall ist man etwas älter geworden.

Ich bin Niels und wurde in den 70er Jahren hergestellt. Die Gewährleistung gilt immer noch; damals gab es noch keine Planned Obsolescence.

Ein Motto, das ich vor etlichen Jahren erfunden (oder irgendwo abgeguckt) habe und seitdem gerne benutze, lautet Toying with Art and Technology since 1974. Es beschreibt mich recht gut. Ich beschäftige mich – am liebsten spielerisch – mit so ziemlich allem, was man grob unter Kunst und Technik einsortieren würde, und zwar am besten in Kombination.

Ich habe als Kind angefangen, Dinge aus meiner Fantasie aufzumalen und zu zeichnen, und mit Lego, Fischertechnik und Experimentierkästen gespielt. Technische Dinge verstehen und selber zu bauen hat mich sehr gereizt, aber ich hatte immer mehr Ideen, als ich umsetzen konnte, und meistens hat es mir gereicht, diese irgendwie zu Papier zu bringen. So wurde ich schneller besser im Zeichnen als im Bauen (und halte mich immer noch für handwerklich nicht allzu begabt).

Nebenbei habe ich Gefallen daran gefunden, Geräusche und Klänge zu erzeugen, was ich glücklicherweise recht früh auf Musikinstrumente übertragen konnte. Daraus entstanden viele Versuche, alleine und in verschiedenen Bands Musik zu machen, aber darüber schreibe ich ein andernmal.

Während der Schulzeit habe ich meine Leidenschaften und Interessen weiter gepflegt. Gelegentlich kamen neue dazu. Anfang der 80er hatte ich das erste Mal Kontakt mit Computern; etwas später habe ich mir das Programmieren in BASIC selbst beigebracht (darüber blogge ich noch). Parallel dazu habe ich mit Elektronik gebastelt, kam aber leider damals nicht darüber hinaus, Schaltungen nach Rezept aus den Experimentierkästen zu bauen (könnte auch ein Blogartikel werden). In den 90ern hatte ich eine Phase, in der ich mich intensiv für Chemie interessiert habe (wird auch ein Artikel). Überhaupt lief alles immer in Phasen ab, in denen ich jeweils von einer bestimmten Sache besonders begeistert war und alles andere vernachlässigt habe. Bis es mir wieder langweilig wurde, und die nächste Sache interessant wurde. Das ist heute eigentlich immer noch so.

Als sich das Ende der Schule langsam abzeichnete, hatte ich ein echtes Problem. Was jetzt? Dass ich studieren wollte, war klar. Ich wollte unbedingt mehr lernen, mehr verstehen, mehr können, und konnte mir nicht vorstellen, das anders zu tun als an einer Hochschule (was ein Irrtum ist, wie ich viel später verstanden habe). Was studieren? Musik? Chemie? Informatik? Industriedesign? Grafikdesign?

Letztlich wurde es – nach einem halbjährigen Praktikum in einer Werbeagentur – ein Studium in Visueller Kommunikation an der Bauhaus-Universität in Weimar (1996). Eine sehr schöne Zeit, über die ich mal bloggen sollte. Mit dem Designstudium konnte ich wenigstens zwei meiner stärksten Interessen, nämlich die Technik und das Künstlerische, perfekt kombinieren.

Noch im Studium ergab sich die Möglichkeit, meine neu erworbenen Fähigkeiten zu Geld zu machen, in dem ich sie verschiedenen Interessenten aus dem Uni-Umfeld anbot. Das klappte recht gut, so dass ich  1999 eine Einzelfirma anmeldete und damit offiziell selbständig war (als Freiberufler). Diese Unternehmung führe ich (mit einer einjährigen Pause) noch immer.

Nebenher, sowie zeitweise hauptberuflich, habe ich auch als Angestellter in verschiedenen Positionen gearbeitet, zum Beispiel als Designer und Dozent für meine Uni, sowie für verschiedene Design- und Werbeagenturen, Einzelunternehmer und mittelständische Firmen. Aktuell bin ich hauptberuflich Designer in einer Firma, die eine web-basierte Steuererklärungssoftware herstellt. Dort ist eine meiner wichtigsten Aufgaben, mir Gedanken zu machen, wie die Benutzeroberfläche unserer Software möglichst effektiv und angenehm gestaltet wird.

Die meiste Zeit in diesen Beschäftigungen zwecks Gelderwerbs verbringe ich am Computer, und zwar zunehmend mit dem Schreiben von Code und kaum mit dem Bemalen von Pixeln in Photoshop (was die meisten Leute denken, wenn sie Grafikdesign hören). Das ist toll, weil es so viele Möglichkeiten gibt und man sehr schnell zu Ergebnissen kommt, aber ab und zu fehlt mir die Erfahrung, etwas mit den Händen zu machen, das man hinterher auch anfassen kann.

Nach wie vor reizt es mich, Dinge zu bauen, und sei es nur in meiner Vorstellung. Zunächst entwickle ich eine Idee. Als nächstes – sofern ich sie nicht vorher vergesse – notiere ich sie, zum Beispiel in eins meiner Skizzenbücher, oder in Textform am Rechner. Sehr viele – die meisten – Ideen verbleiben in diesem Stadium und gedeihen niemals weiter; üblicherweise aus Zeitgründen, oder weil meine Motivation nicht ausgereicht hat, oder mein Interesse schon bei der nächsten Sache war.

Ein paar wenige Ideen setze ich um, oder fange zumindest damit an. Die allermeisten Projekte seit meinem Studium existieren als Daten – als Bilddatei, Druckvorlage, oder zunehmend als Software, meistens Web-Anwendungen. Die allerwenigsten Projekte werden tatsächlich fertig. (Zumindest, was meine eigenen Projekte betrifft. Im Beruf sieht es natürlich anders aus, da muss ich liefern.)

Gelegentlich produziere ich auch anfassable Dinge, zum Beispiel habe ich vor ein paar Jahren wieder angefangen, mit Hardware (also Elektronik) zu spielen (Maker-Szene sei dank), und ab und zu baue ich Nutzgegenstände selbst, wenn mir das, was es fertig im Laden zu kaufen gibt, nicht gefällt, z. B. ein kleines Regal für die ganzen Flaschen, die so im Badezimmer herumstehen. Das werden alles noch Blogartikel!

Neben all diesem Bauen- und Gestalten-Drang faszinieren mich Naturwissenschaften, die natürlich das Fundament sind für alles Technische. Auch bin ich ein großer Fan von Sprachen, nicht nur den künstlichen Sprachen (Programmiersprachen und alle Formen von Code), sondern auch den Gesprochenen. Mein angenommenes Sprachtalent kam allerdings bisher noch nicht ausreichend zum Einsatz und beschränkt sich auf eine gute Beherrschung der englischen Sprache sowie verschiedene Versuche, weitere Sprachen zu lernen, was meist nicht von Dauer war, weil mich dann wieder etwas anderes interessiert hat.

Speaking of which, ich habe 6 Jahre im Ausland verbracht – je 3 Jahre in Südafrika und Belgien, als Schüler. Die Zeit in Südafrika war in vielerlei Hinsicht intensiv (Blogartikel!), die in Belgien weniger, dafür aber auch weniger kritisch. Mein Abi habe ich im Jahr 1995 an der Deutschen Schule in Brüssel gemacht.

Ansonsten bin ich ein recht umgänglicher Typ, meistens eher introvertiert, aber mit der Möglichkeit, vorübergehend auf Extraversion umzuschalten. Ich denke zu viel nach, anstatt einfach raus zu gehen und Spaß zu haben – ein Fehler. Und ich verbringe zu viel Zeit in der Theorie als in der Praxis. Vielleicht hätte ich doch Akademiker werden sollen. Egal. Ich bin halt ich.

Auf diesem Blog, das ich gerade – nach einer fast 8-jährigen Blog-Pause – erst wieder begonnen habe, versuche ich, ein paar meiner Gedanken auszuformulieren und einige meiner Projekte zu dokumentieren. Viel Spaß dabei.

 

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