Radfahren in der Stadt ist immer noch zu gefährlich

Update: Ich habe in diesem Artikel mehrfach die Formulierung »Autospur« verwendet, die impliziert, dass die Fahrbahn ausschließlich für Autos und andere Kraftfahrzeuge reserviert ist. Das ist natürlich nicht richtig, und ich musste erst durch einen Kommentar auf Twitter darauf hingewiesen werden. Tatsächlich war ich schon in dem Glauben, dass die Fahrbahn den Kraftfahrzeugen »gehört« und Radfahrer dort nicht hingehören. Die Realität ist natürlich, dass Radfahrer ebenso wie die motorisierten Verkehrsteilnehmer die Fahrbahn nutzen dürfen, und stellenweise auch dann, wenn ein Radweg ausdrücklich vorhanden und ausgewiesen ist. (Dies gilt vielleicht sogar immer; hier korrigiere man mich bitte.) Dass ich mich auf der vermeintlichen »Autospur« schon halb in der Illegalität gewähnt hatte, zeigt, wie ausgeprägt die Flächenungerechtigkeit tatsächlich ist, über die ich in diesem Artikel schreibe.

Als Radfahrer ist man in Städten in einer bedenklichen Lage. Auch im Jahr 2015, in Städten mit gut ausgebauten Radwegen, in einer scheinbar verständnisvollen, rücksichtsvollen Gesellschaft. Was ist da los, und warum ist das so?

Es ist bemerkenswert, dass ich selbst als aktiver Radfahrer diese Situation sehr lange einfach so hingenommen habe, und mir erst in jüngster Zeit bewusst geworden ist, dass auf unseren Straßen ein Ungleichgewicht herrscht, eine Ungerechtigkeit, die viel zu oft zu Lasten von Radfahrern geht.

Bevor der Eindruck entsteht, ich würde einen Artikel schreiben, der Rechte für Radfahrer fordert, aber diese nicht auch in der Pflicht sieht, sei vorweggenommen, dass auch und gerade manche Radfahrer sich sehr rücksichtslos verhalten. Das ist ein großes Problem. Um die Situation insgesamt zu verbessern, ist ein erhöhtes Bewusstsein auf allen Seiten gefragt. Dazu endet mein Artikel mit entsprechenden Aufrufen.

Zunächst ein paar Geschichten aus meinem Leben als Radfahrer. Es ist eine kleine Auswahl, denn würde ich hier alle gefährlichen Situationen auflisten, in die ich als Radfahrer – und zwar nicht selbst verschuldet – geraten bin, dann wäre dies kein Blog-Artikel, sondern ein langer Katalog.

Als 10- oder 11-Jähriger in Emden fuhr ich auf dem Radweg, als plötzlich eine Autofahrerin an den Rand einer Kreuzung fuhr, ohne sich umzusehen, und mir dadurch die Vorfahrt nahm. Ich musste hart bremsen. Leider regnete es, und die damals verbreiteten Felgenbremsen haben auf nasser Felge nur sehr wenig Bremswirkung. Ich kam gerade noch rechtzeitig zu stehen und touchierte dabei mit meinem Vorderrad die linke Tür der Autofahrerin; es gab ein gedämpftes »Bums«. Kein Schaden, Glück gehabt. Die Autofahrerin guckte erschreckt, ich machte eine »Sorry, kann nichts dafür«-Geste, wir fuhren beide weiter. (Wieso musste ich mich eigentlich entschuldigen? Wessen Vorfahrt wurde hier genommen?)

Während meines Studiums im thüringischen Weimar wurde es dann hart. Wer in Weimar Mitte/Ende der 90er mit dem Rad unterwegs war, war Freiwild für Autofahrer. Es gab wenige Radwege, und auf der Straße wurde man gemeinhin als Störer betrachtet. Autofahrer machten sich einen Spaß daraus, Radfahrer zu bedrängen, sie auszubremsen, sie zu beschimpfen. Es war eine regelrechte Hetzjagd. Ich habe dort schlimme Sachen bezeugt und auch selbst erlebt.

An der Marienstraße, direkt zwischen Mensa und Uni-Hauptgebäude, gab es einen  Zebrastreifen, der permanent von kreuzenden Studis bevölkert war; die meisten zu Fuß, einige zu Rad. Dass Autofahrer an dieser Stelle so oft anhalten mussten, gefiel ihnen gar nicht. Einmal überquerte eine Radfahrerin diesen Zebrastreifen und wurde von einem Auto erfasst. Mehrere Umstehende hatten mit gesehen, dass der Fahrer des Autos gar nicht gewillt war, zu bremsen. Er bremste erst in allerletzter Sekunde, obwohl er den Zebrastreifen und das kreuzende Fahrrad lange genug gesehen hatte. Es hatte den deutlichen Anschein, dass dieser Autofahrer den Zusammenprall geradezu provozieren wollte. Als die Radfahrerin stürzte, stiegt der Fahrer auch nicht etwa aus, um sich zu entschuldigen und ihr zu helfen. Er kurbelte das Fenster herunter und pöbelte sie an, warum sie denn mit dem Rad über den Zebrastreifen fahre, der sei doch für Fußgänger. Als der Fahrer Anstalten machte, um sie herum einfach weiterzufahren, waren inzwischen zum Glück ausreichend viele weitere Studis zur Stelle, die die Straße blockierten, und die Polizei holten, um diesen Charakter zur Rechenschaft zu ziehen.

Ein anderes Mal stand ich an einer Kreuzung bei roter Ampel auf einer dreispurigen Straße; in der mittleren Spur, die geradeaus führte. Auf der rechten Spur neben mir näherte sich von hinten ein Linienbus. Die Spuren waren sehr schmal; der Bus passte quasi gerade so auf den Zentimeter hinein. Ich stand deutlich auf meiner Seite der Spur, mein rechter Fuß etwa 10 Zentimeter vor der Spurmarkierung. Der Bus kam, sah mich, und pöbelte mich in breitestem thüringischen Dialekt an: »Sag mal, wo stehst denn du??« Bevor ich reagieren konnte, wurde die Ampel grün, er gab Gas und zog an mir vorbei, und zwar mit einer der Hinterachsen über meinen Fuß. Erstaunlicherweise ist mir nichts passiert; der Bus war leer und ich trug stabile Schuhe. Ich war dermaßen perplex, dass ich mir nicht Uhrzeit und Buslinie merkte und dann auch keinen Mut mehr hatte, zur Polizei zu gehen und Strafanzeige zu erstatten, denn in einer absolut radfahrerfeindlichen Stadt wie Weimar malte ich mir auch nicht unbedingt gute Chancen auf Erfolg aus. Ich musste eher damit rechnen, ausgelacht zu werden. »Ein Bus ist dir übern Fuß gefahren? Hahaha! Hau ab, geh weiter studieren!« malte ich mir in Gedanken aus.

Die unzähligen Male, dass Autofahrer an mir vorbei fuhren und dann mit breitem Grinsen im Gesicht rechts rüber zogen, um mich zum Bremsen zu zwingen, kann ich gar nicht mehr aufzählen. An die ganzen weniger böswilligen, aber immer noch gefährlichen Situationen kann ich mich nicht mal mehr erinnern; sie waren an der Tagesordnung.

Weimar war eine besonders toxische Umgebung für Radfahrer in dieser Zeit. Ich weiss nicht, ob es heute noch so ist oder sich das Bewusstsein gewandelt hat, und ich sehe Weimar auch nicht repräsentativ für das generelle Verhalten von Autofahrern gegenüber Radfahrern. Aber diese Situationen habe ich erlebt.

In Hannover war und ist die Situation deutlich gesünder. Hier gibt es viele Radwege, und die Autofahrer hier führen keinen Krieg gegen die Radfahrer. Aber auch hier ist man als Radfahrer die meiste Zeit in der Defensive.

Für meine letzte Beschäftigung hatte ich einen Arbeitsweg von etwa 7 Kilometer, den ich, sofern es nicht ganz bitterkalt war, heftig regnete oder schneite, mit dem Rad bestritt. Bei 4 Arbeitstagen pro Woche kam ich so auf 50 bis 60 Kilometer wöchentlich. Das ist genug Strecke, um jede Menge Ärger zu erleben. Zum Glück kam es nie zu Unfällen, da ich zwar schnell, aber auch sehr wachsam und defensiv fahre und sehr gute Bremsen habe. Aber auch in einer augenscheinlich radfahrerfreundlichen Stadt wie Hannover sind gefährliche Situationen für Radfahrer ein Dauer-Hemmnis.

Zum Beispiel sind Radwege ja eine schöne Errungenschaft, wenn sie denn als solche wirklich wahrgenommen und respektiert würden. Ich kann aus langjähriger Erfahrung sagen, dass dem leider nicht so ist. Fußgänger ignorieren gemeinhin den Umstand, dass ein Teil des gepflasterten Weges für Radfahrer vorgesehen ist, und betrachten ihn als Erweiterung des Fußwegs. Ich musste bisher bei jeder – bei jeder – Radfahrt in dieser Stadt Fußgänger auf Radwegen umfahren. Das tue ich, ohne ein Drama daraus zu machen; meistens klingele ich nicht einmal. Ich ärgere mich auch fast nie darüber, denn dann müsste ich mich ständig ärgern.

Einmal fuhr ich abends an der Hildesheimer Straße nach hause, als ich einer größeren Gruppe Feiernder begegnete, offensichtlich alle ziemlich alkoholisiert, die den Radweg vollständig versperrten, obwohl auf dem Fußweg noch genug Platz war. Ich wurde langsamer, mehrere von ihnen sahen mich kommen, aber keiner bewegte sich zur Seite. Das ärgerte mich dann doch etwas, also klingelte ich ziemlich vehement und auch sichtlich wütend. Während ich an ihnen vorbeifuhr, hörte ich von hinten einiges Gepöbel. An der nächsten Ampel musste ich warten. Daraufhin rannte einer aus der Gruppe mir hinterher und stellte mich an der Ampel zur Rede, hochgradig aggressiv, die Fäuste schon geballt. Ich rechnete mir aus, dass es nicht klug wäre, mich auf einen Kampf einzulassen, denn ich war alleine, und er hatte alle seine Kumpels dabei.

Solche Situationen passieren zum Glück eher selten. Aber sie passieren. Aus ihnen wird eine Haltung deutlich, die sehr ungesund ist, nämlich die Haltung, dass Radwege nicht ernst zu nehmen sind. Sie sind eigentlich nur Dekoration. Radfahrer dürfen zwar auf ihnen fahren, aber sie haben dort keine Vorfahrt. Sie haben auf alles Rücksicht zu nehmen, was sich dort aufhält, egal was es ist, ob Fußgänger, abgestellte Lieferungen, oder Autos, die Radwege gerne pauschal als Standstreifen oder Parkplatz zum Ein- und Ausladen missbrauchen.

Das Problem dabei ist nicht, dass dieser Missbrauch stattfindet. Das Problem ist, dass der Missbrauch selbstverständlich stattfindet. Die Fußgänger und Autofahrer, die die Radwege blockieren, sehen sich viel zu oft unbewusst im Recht. Nicht sie haben Rücksicht zu nehmen auf die Radfahrer, sondern die Radfahrer auf sie.

Vor einigen Tagen fuhr ich auf dem Radweg in Richtung einer Kreuzung und sah zwei Fußgänger, die direkt auf dem Radweg entlang liefen. Links neben mir waren die Autospuren, gegenwärtig frei. Die Fußwege waren ebenfalls frei. Ich umfuhr die beiden und klingelte dabei, nur als Erinnerung, dass dies mein Weg ist und nicht ihrer. Dabei machte ich nach hinten die Handgeste für »Danke«, denn so freundlich bin ich. Der eine der beiden hatte schon auf mein Klingeln reagiert und seinen Begleiter zur Seite genommen, um Platz zu machen, aber von dem anderen hörte ich beim Wegfahren »Wieso? Hier ist doch genug Platz!« – womit er offensichtlich meinte, dass ich doch auf die gerade zufällig freie Autospur ausweichen könnte, um Platz für die beiden Fußgänger zu machen, die meinen Radweg blockierten. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ich habe kurz überlegt, anzuhalten, umzudrehen, und den Mann zur Rede zu stellen, ihn zu fragen, warum er es denn für passabel hält, auf dem Radweg zu laufen, nicht aber genauso gut auch auf der Autospur, wenn er es schon nicht für nötig hält, auf dem Fußweg zu bleiben?

Das ist nämlich der Punkt. Von Radfahrern wird erwartet, maximal rücksichtsvoll zu sein. Fußgänger laufen gemeinhin wie Hans-guck-in-die-Lufts auf Radwegen herum. Würden sie genauso rücksichtslos auch auf den Autowegen stehen? Nein, denn das ist gefährlich. Tun sie es doch, werden sie vehement weg gehupt. Als Radfahrer, der sich so verhält (also Fußgänger aus dem Weg klingelt) – was sein Recht ist – wird man u.U. körperlich bedroht, so wie es mir widerfahren ist. Es besteht schlicht viel zu wenig Bewusstsein darüber, dass Radwege eben tatsächlich die Wege sind, auf denen Radfahrer fahren. Und nicht etwa verbreiterte Fußwege oder universelle Abstellplätze für Autos oder Getränkekisten.

Als Radfahrer muss ich permanent aufpassen wie ein Fuchs. Würde ich so fahren, wie mir die Verkehrsregeln es erlauben, dann würde ich nahezu ständig in Unfälle verwickelt werden. Fußgänger kümmern sich nicht, ob sie auf Radwegen im Weg stehen. Autofahrer kümmern sich nicht, ob sie Radwege zuparken. Autofahrer kümmern sich auch zu oft nicht, ob sie beim Abbiegen einem Radfahrer die Vorfahrt nehmen. All diese Aufmerksamkeits- und Rücksichtspflicht liegt auf den Radfahrern. Und das ist nicht gerecht. Radfahrer sind echte Verkehrsteilnehmer. Sie haben Rechte. Und diese Rechte müssen sie sich einfordern.

Damit will ich nicht die Radfahrer zu rücksichtslosem Fahren aufrufen. Das wäre sehr kontraproduktiv. Tatsächlich kann die Verkehrssituation in den Städten sich nur verbessern, wenn alle Rücksicht nehmen. Problematisch ist jedoch, dass bei zu vielen Autofahrern und Fußgängern eben kein ausreichendes Bewusstsein darüber herrscht, dass auf Radfahrer ebenso Rücksicht genommen werden muss, und dass Radwege tatsächlich den Radfahrern »gehören«.

Radfahrer befinden sich in einer bedenklichen Lage. Sie werden von beiden anderen Gruppen von Verkehrsteilnehmern bedrängt und häufig übergangen. Autofahrer beanspruchen für sich unausgesprochen das Recht des Stärkeren – immerhin sitzen sie in einer Blechkiste, die einen Aufprall mit »weicheren« Verkehrsteilnehmern locker auffängt. Sie müssen weniger Angst vor einem Zusammenprall mit Radfahrern oder Fußgängern haben, und das macht sie leichtsinniger und auf eine Art und Weise »selbstgefällig«.

Fußgänger, auf der anderen Seite, beanspruchen ebenso unausgesprochen für sich das Recht des Schwächeren. Sie gehen selbstverständlich davon aus, dass Radfahrer für sie bremsen, denn aus der Sicht des Radfahrers sind sie das weichere »Ziel«. Ein Radfahrer wird unter allen Umständen einen Zusammenstoß mit einem Fußgänger vermeiden, und das wissen sie. Das macht sie ebenso leichtsinnig und »selbstgefällig« wie die Autofahrer auf der anderen Seite. Nur mit diesem Bewusstsein, der Schwächere zu sein, für den Andere bremsen müssen, kann man verstehen, dass sie so leichtfertig die Radwege ignorieren.

Und wo stehen die Radfahrer? Irgendwo dazwischen. Sie sind verkehrsgesellschaftliche Niemande. Von der einen Seite kommen die Autofahrer und bedrängen sie. Von der anderen Seite kommen die Fußgänger und ignorieren sie. Für einen Radfahrer ist der Stadtverkehr nach wie vor hochgradig gefährlich. Wer hier nicht absolut wach ist, riskiert sein Leben. Das ist keine ausgewogene Situation. Den Raum, der ihnen zusteht, müssen sie sich permanent erkämpfen.

Leider erlebe ich zu oft, dass viele Radfahrer sich ebenfalls nicht an Verkehrsregeln halten. Sehr gerne überfahren sie rote Ampeln und bringen dabei sich und andere in Gefahr. Viele Radfahrer fahren sehr aggressiv, zum Beispiel mit zu hoher Geschwindigkeit auf eine Kreuzung zu. Zu viele Radfahrer fahren auf der falschen Seite, oder gefährlich schnell auf Fußwegen.

Das ist nicht klug und führt eher dazu, dass Radfahrer ein schlechtes Image haben und als Täter gelten, obwohl sie in der Realität viel häufiger Opfer sind. Ich erlebe dies in den Diskussionen, die ich über dieses Thema führe. Sobald ich versuche, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Radfahrer ihren Platz auf den Straßen brauchen, kommt wie aus der Pistole geschossen das Gegenargument »Ja, aber die Radfahrer halten sich doch auch nicht an die Regeln!«

Obschon diese Art der Argumentation auf Kindergarten-Niveau (»Du bist doof!« – »Nee, DU bist doof!«) wenig zielführend ist, haben Autofahrer und Fußgänger völlig recht mit ihrer Kritik an rücksichtslosen Radfahrern. So lange die »Fronten« so verhärtet sind, wird es schwierig, Fortschritte zu machen.

Daher appelliere ich zum Abschluss an alle drei Gruppen Verkehrsteilnehmer, besonders in den Städten:


Liebe Radfahrer, bitte haltet Euch unbedingt an die Verkehrsregeln. Eine rote Ampel ist auch für euch rot. Für euch gilt ebenso wie für Autofahrer das Fahren auf der rechten Seite. Wer links fährt, ohne dass der Weg ausdrücklich für beidseitiges Befahren ausgezeichnet ist, riskiert gefährliche Unfälle. Weiterhin seid ihr keine Fußgänger. Vermeidet unbedingt das Fahren auf Fußwegen, denn dort habt ihr genauso wenig etwas zu suchen wie Fußgänger auf Radwegen. Wo kein Radweg ist, benutzt die Autowege. Autofahrer rechnen weitaus eher damit, auf einer Autospur einem Radfahrer zu begegnen, als Fußgänger auf Fußwegen mit Radfahrern rechnen, besonders, wenn diese schnell fahren.

Rücksicht hat absoluten Vorrang. Es ist extrem schädlich für das Image von Radfahrern, wenn sie durch schlechtes Verhalten auf sich aufmerksam machen. Mehr Rücksicht für Radfahrer können wir nur dann erfolgreich einfordern, wenn wir Radfahrer uns an die Regeln halten (so wie wir es von den Anderen erwarten) und ein gutes Vorbild abgeben.


Liebe Autofahrer, bitte respektiert, dass Radfahrer echte Verkehrsteilnehmer sind. Radwege sind keine Parkplätze, weder dauerhaft, noch zum Ein- oder Ausladen. Wenn ihr keine Stellen zum Anhalten findet, müsst ihr weiter suchen; das Problem mit dem Verstellen von Radwegen zu lösen, ist nicht akzeptabel. Ihr zwingt dadurch die Radfahrer nicht nur zu bremsen, sondern auf Fußwege oder Autospuren auszuweichen und damit potenziell den Verkehr zu gefährden. Solches Verhalten würdet ihr niemals durchgehen lassen, würde andersherum jemand genauso selbstverständlich die Wege für Autos blockieren. Wieso tut ihr es dann auf Radwegen?

Wenn ihr euch einer Kreuzung nähert, dann blickt euch um, ob sich Radfahrer von der Seite nähern. Viel zu oft werden diese beim Abbiegen oder Heranfahren an Kreuzungen übersehen und dann zum Bremsen gezwungen. Auch dieses Verhalten würdet ihr andersherum keinesfalls tolerieren. Bitte beachtet, dass Radwege an größeren Straßen oft zweispurig sind, also Radfahrer sich von beiden Seiten nähern können.

Seid euch weiterhin darüber bewusst, dass ihr einen Zusammenprall mit einem Radfahrer sehr wahrscheinlich ohne jede Blessur übersteht; ein Radfahrer jedoch dabei potenziell im Krankenhaus oder auf dem Friedhof endet. Ihr habt Rücksicht auf Radfahrer zu nehmen, genauso wie ihr Rücksicht auf Fußgänger nehmt.


Liebe Fußgänger, bitte respektiert, dass Radfahrer echte Verkehrsteilnehmer sind. Radwege sind tatsächlich für Radfahrer reserviert. Es sind keine verbreiterten Fußwege, auf denen Radfahrer zufällig auch fahren dürfen. Diese Wege sind für Radfahrer vorgesehen, und auf diesen Wegen habt ihr nichts zu suchen.

Bitte macht die Augen auf, wenn ihr auf der Straße unterwegs seid, und überquert Wege nicht, ohne hinzusehen. Ihr würdet niemals ohne Hinsehen eine Autokreuzung überqueren. Radwege kreuzt ihr aber so selbstverständlich, dass ihr damit Unfälle provoziert. Viele Radfahrer fahren sehr defensiv und bremsen für euch, aber das kann auch ins Auge gehen. Bitte versteht, dass nicht die Radfahrer in der Pflicht sind, für euch zu bremsen, wenn ihr Radwege versperrt, sondern dass ihr Radwege frei zu halten habt.


Und damit auf ein friedliches und rücksichtsvolles Miteinander!

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Author: schoschie

I like to see the wiring under the board™

2 thoughts on “Radfahren in der Stadt ist immer noch zu gefährlich”

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