Homöopathie ist Wahnsinn

Update (4. Januar 2016, korrigiert und ergänzt): Schönes neues Jahr allerseits! Kommentare in der Warteschleife wurden soeben von mir unkommentiert freigeschaltet. Viele Kommentare demonstrieren exakt das Verhalten, das ich in diesem Artikel verwundert beschreibe, insofern quod erat demonstrandum.

Eine angemessene  Auseinandersetzung erfordert einen neuen Artikel mit etwas längerem Atem. Mir scheint jedoch gerade die chilenische Sonne auf die Stirn, was zu geniessen ich aktuell erbaulicher finde. Daher lasse ich alles einmal so stehen zur Anschauung. Kritiker werden mir jetzt natürlich einen Cop-Out vorwerfen und glauben, dass sie »gewonnen« haben. So es sie zufrieden stimmt, dürfen sie das gerne glauben.

Der offenbar übersehene Punkt ist, dass mein Artikel viel weniger versucht, Personen von der Wirksamkeit (oder auch nicht) der Homöopathie zu überzeugen, als die psychologischen Mechanismen hinter dem für mich bemerkenswert missionarischen Anti-Homöopathie-Diskurs zu beleuchten. Anders formuliert: mein Anspruch und Interesse ist nicht, einen Pro/Contra-Homöopathie-Fight zu gewinnen. Wie der Artikel und meine Reaktionen auf einige Kommentare m.E. deutlich genug zeigt, bin ich selbst gar nicht pro Homöopathie, sondern, sagen wir, Homöopathie-agnostisch. Ich habe keinen blassen Schimmer, ob Homöopathie tatsächlich funktioniert (nach wessen Metrik auch immer), bin aber neugierig genug, mir anzusehen, was das denn für eine Sache ist – in der Annahme, dass ich vielleicht etwas lernen kann. Jedoch ist schon diese über den Tellerrand blickende Haltung eine unzumutbare Provokation für Homöopathie-Hasser, denn sie bedroht ganz offensichtlich ihr Weltbild. Dass die Homöopathie eine sonderliche Lehre ist, die auf unwissenschaftlichen Annahmen basiert, ist mir sehr wohl bewusst. All dies erwähnt mein Text m. E. recht explizit. Einige Kommentatoren scheinen den Artikel gar nicht gelesen zu haben, bzw. bestenfalls sehr oberflächlich, und schon aus dem Mund schäumend, dass da wieder so ein Eso-Spinner wagt, das Wort Homöopathie ohne den Zusatz Schwachsinn zu erwähnen.

WordPressens iOS-App ist mit meiner chilenischen Netzanbindung eher kein Spass, daher nun genug der Worte. (Noch einmal vom Web-UI aus korrigiert und ergänzt.) Ich freue mich nach wie vor über Kommentare, behalte mit aber vor, nur noch solche freizuschalten, die tatsächlich neue Aspekte in den Diskurs einbringen. Ad-Hominems, pauschale Häme und dergleichen landen selbstverständlich im Papierkorb.

Danke und liebe Grüsse von der Südhalbkugel!

Hallo an meine vielen neuen Besucher von der homöopathiekritischen Veröffentlichung, in deren Kontext dieser Artikel offensichtlich geteilt wurde. (Ich habe noch nicht herausgefunden, ob und wie man in diesem komischen wordpress.com an die Referer-Stats für einen Post kommt.) Ich freue mich über das große Interesse. Der Zeitpunkt könnte jedoch nicht ungünstiger sein. Ich bin in den nächsten Tagen sehr eingespannt mit Nicht-Online-Dingen und kann wahrscheinlich nur sehr kurz online sein. Kommentare werden also mit viel Verspätung freigeschaltet, sofern sie konstruktiv sind. Tut mir leid.

Wo man nur hinschaut, trifft man auf Hass und Verachtung gegenüber Homöopathie. Die Energie, mit der diese Verachtung betrieben wird, finde ich bemerkenswert, und ich habe mir dazu einige Gedanken gemacht, die ich hier darlegen werde.

Bin ich selbst Homöopathie-Gegner? Sagen wir, ich bin Agnostiker. Ich bin neutral. Weder befürworte ich sie ausdrücklich, noch bekämpfe ich sie. Ich sehe mir das Ganze sozusagen entspannt von der Seite an. Ich bin der lachende Dritte. (Ich habe mich selbst mehrmals in klassische homöopathische Behandlung begeben, kann einen Heilungseffekt jedoch weder mit Überzeugung bestätigen noch verneinen.)

Was mich in diesem Text zunächst beschäftigt, ist die immense Energie und Aufmerksamkeit, die ihre Gegner darauf verwenden, Homöopathie und ihre Befürworter schlecht zu machen, ins Lächerliche zu ziehen, zu karikieren und an einen Pranger zu stellen. Das ist sehr auffällig und bezeichnend. Warum dieser enorme Hass?

Wenn ich eine Sache ablehne, dann lehne ich sie ab, und gut. Ich komme zu dem Schluss, dass sie meiner Auffassung widerspricht; möglicherweise halte ich sie schlicht und ergreifend für unsinnig. Das ist alles vollkommen legitim. Wir sind frei. Niemandem wird Homöopathie aufgezwungen.

Ich laufe jedoch nicht herum und nutze jede Gelegenheit, um lauthals zu schreien »Hahaha! Homöopathie! So ein Schwachsinn! Ihr seid Idioten!«, und dies in vielen Fällen noch ohne Anlass (als Reaktion), sondern offenbar aus einem inneren Antrieb heraus.

Das ist jedoch genau das, was ich im Bezug auf Homöopathie sehr häufig beobachte.

In welchem Zustand befindet sich ein Mensch, der eine Sache, die ihm nicht behagt, ständig niedermachen muss, auch, wenn ihm gar kein konkreter Anlass dazu gegeben wurde (etwa, dass jemand ihn dazu aufgefordert hätte, Homöopathie anzuwenden)?

Ich glaube, ein solcher Mensch hat Angst.

Je häufiger und lauter einer brüllt, wie idiotisch Homöopathie doch sei, desto mehr sitzt ihm die Angst in den Knochen. Denn würde er sie einfach ablehnen, könnte er ertragen, dass es andere gibt, die sie befürworten. Er wäre entspannt. Sollen die Leute doch Homöopathie unterstützen. Passt schon. Die machen ihr Ding, ich mache meins.

Tatsächlich stellt aber der Umstand, dass es Menschen gibt, die Homöopathie unterstützen – und zwar eine sehr signifikante Zahl solcher Menschen – für diese Sorte »brüllenden Kritiker« eine große Bedrohung dar.

Wie lässt sich das verstehen? Ich glaube, die Bedrohung und damit das Angstgefühl entstehen durch eine kognitive Dissonanz, die schwer zu ertragen ist. Zum einen sagen mir (als Homöopathie-Gegner) meine (wissenschaftlichen) Überzeugungen, dass das homöopathische Prinzip nicht funktionieren kann, da es mit Methoden arbeitet und auf Annahmen basiert, die innerhalb meines Weltbildes nicht nur unschlüssig, sondern komplett unsinnig sind. Zum anderen erkenne ich, dass Homöopathie allgegenwärtig ist. Es ist keine Nische. Es gibt Millionen Menschen allein in Deutschland, die Homöopathie anwenden.

Im Kopf des Homöopathie-Gegners spielt sich also ein innerer Kampf ab, der geschürt wird aus einem Widerspruch, aus zwei Polen, die nicht zur Deckung zu bringen sind. Zum einen: Homöopathie kann nicht funktionieren, es ist ein unsinniges System. Zum anderen: es sind ganz schön Viele, die diesem Unsinn offenbar bedenkenlos folgen. Die müssen doch merken, dass es absurd ist. Offenbar sind sie dumm, oder ungebildet, oder naiv. Leicht beeinflussbar, sicher. Warum verbreiten so Viele diesen Quatsch? Das ist verrückt.

Es dämmert dem Homöopathie-Gegner, dass die Homöopathie-Zugeneigten – insbesondere die aktiven Homöopathen und Befürworter – nicht alle geistesgestört sein können. Aber dennoch laufen sie doch einem Phantom hinterher; einer Sache, die auf unsinnigen Annahmen beruht. Entweder, Millionen Menschen sind in der Tat unfassbar naiv und dumm (innerer Zweifel: nein, das kann nicht stimmen, es sind zu Viele), oder aber, an der Homöopathie ist doch etwas dran, das anscheinend funktioniert, obwohl ich doch ganz sicher weiß, dass es nicht funktionieren kann.

Wie kann ich das in Einklang bringen? Ich kann es nicht.

Das ist die Bedrohung. Diesen inneren Widerspruch können Homöopathie-Gegner nicht ertragen, und deswegen müssen sie jede Gelegenheit nutzen, um Homöopathie zu bekämpfen, denn nur wenn das Gespenst Homöopathie ausgemerzt ist, kann wieder Ruhe im Kopf eintreten.

Als Homöopathie-Gegner kann ich jedoch keine Ruhe finden. In meinem Kopf habe ich mir schon lange ein Horrorszenario ausgemalt. Das schlimmste, das je passieren könnte, ist, dass dieser absurde Schwachsinn namens Homöopathie sich durchsetzt und die klassische Schulmedizin verdrängt. Dann wäre ich nur noch von Idioten umgeben, und bliebe der einzige, der noch bei klarem Verstand ist.

Daher muss ich, der Homöopathie-Gegner, die Leute bekehren. Ich muss missionieren. Ich muss zu jeder mir sich bietenden Gelegenheit darauf hinweisen, dass Homöopathie dummes Zeug ist, denn damit signalisiere ich zum einen, dass ich auf der Seite der »Guten« bin, und fühle mich bestätigt in dem Zuspruch, den ich von den anderen Homöopathie-Gegnern bekomme, mit denen ich zusammen diesen Kampf führe, der uns alle vor der finalen Idiotie – dem Verfall in eine Art neues Mittelalter aus magischem Bullshit – retten soll.

Zum anderen wendet sich mit etwas Glück sogar ein Homöopathie-Befürworter von ihr ab und kommt auf unsere Seite, die Seite der Gegner. Einer weniger, auf den sich diese Seuche ausbreitet. Wenn ich das schaffe, kann ich mich gut fühlen, weil ich das drohende Unheil wieder ein wenig aufgehalten habe. Aber dazu muss ich schreien. Ich muss laut schreien, damit die geistesgestörten Argumente der Homöopathie-Befürworter in meinem Gebrüll untergehen, nicht, dass am Ende noch ein weiterer armer Irrer von dieser absurden Spinnerei erfasst wird.

Genau so sieht es in den Köpfen der laut kreischenden Homöopathie-Hasser aus.

Und – da mache ich mir absolut nichts vor – hätte ich dasselbe starre Weltbild wie diese, dann würde ich genauso handeln. Ich würde ebenfalls laut schreien, denn ich hätte eine Scheißangst.

(Sieht man sich diesen psychologischen Mechanismus mit etwas Abstand an, dann wird klar, dass man »Homöopathie« gegen jedes beliebige andere System von Überzeugungen ersetzen kann, das ausreichend Traktion gewonnen hat, um eine Bedrohung für meine eigenen Überzeugungen darzustellen.)

Was ist Homöopathie überhaupt?

Betrachtet man die Argumente der Kritiker, wird schnell offenbar, dass viele Homöopathie-Gegner augenscheinlich gar nicht begriffen haben, dass Homöopathie – klassische Homöopathie – auf einem grundsätzlich anderen Verständnis von Gesundheit bzw. Krankheit aufsetzt als die Schulmedizin. Dieses Verständnis ist mit dem schulmedizinischen Verständnis schlicht nicht in Einklang zu bringen. Die beiden Systeme sind inkompatibel. In der Tat kann eine gleichzeitig stattfindende schulmedizinische Behandlung für dasselbe Leiden eine klassisch-homöopathische Behandlung stören oder diese ganz ausschließen.

Für Viele ist die schulmedizinische Betrachtungsweise von Krankheit und Gesundheit allerdings die einzig wahre Betrachtungsweise. Wir sind fast alle mit der Schulmedizin aufgewachsen. Es ist die Medizin, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fusst, und damit ist sie für die meisten von uns die »richtige« Medizin. Wir wissen, dass Wissenschaft funktioniert. Sie liefert eindeutige Antworten auf unsere Fragen. Wir verstehen Wissenschaft. Sie ist schlüssig, klar, logisch. Wir vertrauen ihr.

Daher wird oft versucht, schulmedizinische Massstäbe anzulegen, um homöopathische Interventionen auf ihre Wirksamkeit zu untersuchen. Dies zeugt aber von großer Ignoranz und kann nur scheitern. Es ist entweder der Versuch, Homöopathie schlecht dastehen zu lassen, in dem bewusst ignoriert wird, dass sie auf einem anderen Fundament beruht, oder es ist schlicht die Tatsache, dass die Kritiker, die so agieren, sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, sich mit den Grundlagen der Homöopathie hinreichend auseinanderzusetzen.

In der Schulmedizin werden einzelne Negativsymptome einem isolierten Krankheitsbild zugeordnet, welches als ein zu beseitigender »Schaden« betrachtet wird, der anschließend auf symptomatischer Ebene bekämpft werden muss. Wendet man diese Ideologie auf Homöopathie an, wird man zu keinem Ergebnis kommen.

Klassische Homöopathie sieht den Menschen als Ganzes, nicht nur anhand seiner Negativsymptome, sondern auch anhand all seiner sonstigen Merkmale, die keinesfalls alle negativ oder »krankhaft« sein müssen. Aus diesen Merkmalen wird ein charakteristisches Profil zusammengestellt, welches im Idealfall genau einem spezifischen homöopathischen Medikament entspricht. Das heisst: nicht die Krankheit (definiert über einzelne Negativsymptome) wird behandelt, sondern der gesamte Mensch.

An diesem Punkt unterscheidet sich (klassische) Homöopathie also schon so grundlegend von der uns bekannten Schulmedizin, dass Missverständnisse und Irritationen vorprogrammiert sind.

Bei einem klassisch-homöopathischen Medikament gibt es darüber hinaus keine Entsprechung zu einem Einzelsymptom – dies steht auch in völligem Kontrast zur Schulmedizin. Klassisch-homöopathische Medikamente basieren auf einem fundamental anderen Konzept. Sie sind gegen isolierte Symptome nicht wirksam. Daher wird zwangsläufig jede Studie scheitern, die ein solches Medikament in einem typischen klinischen Setting (die übliche Doppelblindstudie) auf ein Einzelsymptom anwendet.

Stattdessen wurde und wird jedes neue homöopathische Medikament zunächst auf einen gesunden Menschen angewendet und erzeugt dort ein bestimmtes Charakteristikum von Merkmalen, eine Art Profil. (Ich sage bewusst Merkmale und nicht Symptome, weil wir darunter generell ausschließlich Negativsymptome verstehen, was jedoch hier nicht zutrifft.) Der klassisch-homöopathische Behandler hat nun die Aufgabe, für seinen Patienten das Medikament zu finden, das möglichst genau dessen eigenem Profil entspricht. (Dies richtig zu erkennen ist sehr anspruchsvoll und setzt große Erfahrung des Behandlers voraus.)

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, beschrieb dieses Prinzip mit dem Satz »Ähnliches werde mit Ähnlichem behandelt«, was sich auch im Begriff »Homöopathie« (griechisch für »Ähnliches Leiden«) selbst widerspiegelt. Dieses Prinzip liegt in völligem Widerspruch zu unserer schulmedizinischen Vorstellung und wird daher häufig missverstanden.

Dieses Wirkungsprinzip erscheint uns aus wissenschaftlicher Sicht nicht schlüssig; es ist nicht fassbar und »magisch«, daher lehnen wir es ab. Das ist eine nachvollziehbare Haltung; ich kann mir diesen Mechanismus auch nicht erklären, also muss ich ihn als gegeben hinnehmen. Das ist wissenschaftlich betrachtet unbefriedigend, aber nehmen wir einmal an, es verhält sich so. In jedem Fall müsste sich eine Wirkung nachweisen lassen.

Kann nicht wirken – oder doch?

Wie steht es also um die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen? Die Überzeugung der Homöopathie-Gegner ist, dass Homöopathie an sich keinerlei Wirksamkeit hat und jegliche dennoch beobachtete Wirkung einzig und allein dem Placebo-Effekt, also Suggestion durch den Behandler oder Autosuggestion durch den Patienten, zuzuschreiben ist.

Diese Überzeugung entstammt jedoch genau solchen Studien, in denen homöopathische Behandlungen quasi zweckfremd in einem klinischen (schulmedizinischen) Setting überprüft wurden. Wie ich oben dargelegt habe, ist so grundsätzlich keine Wirksamkeit über einen Placebo-Effekt hinaus nachweisbar.

Eine ehrliche Auseinandersetzung mit Homöopathie würde stattdessen Fälle untersuchen, in denen Patienten mit der ganzheitlichen, homöopathischen Methode behandelt wurden, also die Massstäbe der Homöopathie, nicht der Schulmedizin, auf sie anwenden. (Auch hier wäre eine Doppelblindstudie zur Abgrenzung von einem Placebo-Effekt möglich, allerdings würde man nicht Einzelsymptome testen müssen, sondern die Gesamtverfassung der Studienteilnehmer, welche leider viel schwieriger zu quantifizieren ist.)

Stattdessen ignorieren wir schlicht die Inkompatibilität der beiden Anschauungen. Was das betrifft, verhalten wir uns wie ein kleines Kind, dass sich die Finger in beide Ohren steckt und laut »Lalalalala« schreit, da es gar nicht daran interessiert ist, sich mit den reellen Gegebenheiten auseinanderzusetzen, sondern einfach nicht von seiner festgesetzten Vorstellung abrücken will.

Homöopathie-Gegner sind also tendenziell unehrlich; sie tricksen, um die Wahrheit auf ihrer Seite zu haben. Ich unterstelle nicht pauschal, dass das Absicht ist; eher vermute ich, dass es auf Unwissenheit basiert, genau genommen auf Vorurteilen. Wenn man eine Sache schlecht aussehen lassen will, dann kann man es sich einfach machen, in dem man alle Argumente sammelt, die auf den ersten Blick gegen die Sache sprechen, und diese auflistet. Dazu muss man sich nicht die Mühe machen, sich mit der Sache in irgendeiner Form auseinanderzusetzen.

Potenzierung – der ultimative Blödsinn?

Besonders gerne picken sich Homöopathie-Gegner eine tatsächlich sehr sonderbare Methode der Homöopathie heraus, um diese ins Lächerliche zu ziehen. Dies ist die Technik, mit der homöopathische Medikamente hergestellt werden – die sogenannte Potenzierung.

Hierbei wird der gewählte Wirkstoff so weit verdünnt, dass rein rechnerisch kein einziges Molekül davon mehr in der Lösung vorhanden sein kann. Des weiteren geht die Homöopathie davon aus, dass ein Medikament umso wirksamer ist, je stärker es potenziert, also verdünnt ist. Das heisst, dass selbst die Potenzierungen, in denen schon kein Molekül des Wirkstoffs mehr vorhanden ist, noch weiter verdünnt werden, was ihre Wirksamkeit verstärkt.

Aus wissenschaftlicher Sicht ergibt das keinerlei Sinn. Wenn der Wirkstoff in dem Medikament gar nicht mehr enthalten ist, wie sollte er dann wirken? Wie kann ein stärker verdünntes Medikament stärker wirken?

Die Annahme der Homöopathie ist, dass nicht der Wirkstoff selbst – also seine physikalische bzw. chemische Manifestation – den Heilungseffekt in Gang setzt, sondern eine gewisse »Information«, die durch den Vorgang des Potenzierens in das Medikament eingebracht wird. Der Körper des Patienten reagiert nicht auf den Wirkstoff, sondern nur auf diese »Information«.

Das ist harter Tobak für jemanden, der dem wissenschaftlichen Weltbild anhängt. Woraus soll diese Information bestehen? Die klassische homöopathische Lehre versucht diesen Mechanismus nicht zu erklären, daher müssen wir ihn erneut als gegeben hinnehmen; mit anderen Worten: er ist »magisch«.

Wer meine bisherigen Artikel gelesen hat, weiß, dass ich der Vorstellung zugeneigt bin, dass eine immaterielle Bewusstseinssphäre existiert, über die Lebewesen permanent und universell miteinander vernetzt sind. (C. G. Jung redet vom »kollektiven Unbewussten«, was ich für dieselbe Sache halte.) In dieser Vorstellung könnte eine Erklärung für diesen Informations-Mechanismus liegen. Das homöopathische Medikament wäre demnach ein Übertrager für immaterielle Bewusstseins-Information.

Anhänger eines strikt wissenschaftlichen Weltbildes sind an diesem Punkt verständlicherweise raus. Würde ich, wie diese, der Annahme folgen, es gebe nur die Realität, wie sie durch unser derzeitiges wissenschaftliches Erklärungsmodell beschrieben wird, würde ich hier ebenfalls den Kopf schütteln. Alles, was nicht von aktuellen wissenschaftlichen Modellen erklärbar oder abzubilden ist, ist in dieser Weltanschauung folglich auch nicht-existent.

Es bleiben zwei mögliche Schlüsse: entweder, dass eine Wirkung nur durch das Vorhandensein eines materiellen Wirkstoffs erklärt werden könnte, dass dieser jedoch aufgrund der Potenzierung nicht mehr vorhanden ist – weshalb jegliche Wirkung nur das Ergebnis eines Placebo-Effekts sein kann.

Oder, dass tatsächlich irgendeine Form immaterieller »Information« über das homöopathische Medikament übertragen wird, sei es nun über einen »Bewusstseinskanal« oder auf andere, unbekannte bzw. noch nicht erklärbare Weise.

Ich habe darauf keine Antwort, halte mir aber beide Optionen offen.

(Was ich tatsächlich auch im Ansatz noch nicht verstanden habe, ist, warum höher potenzierte – verdünnte – Medikamente stärker wirken sollen. Vielleicht kann mir jemand dieses Prinzip in den Kommentaren erläutern.)

Schlusswort

In diesem Artikel habe ich angesprochen, worin ich den Grund für das zuweilen sehr hasserfüllte Verhalten der Homöopathie-Gegner sehe; anschließend habe ich einige Grundlagen der klassischen Homöopathie dargelegt und gezeigt, warum ich finde, dass Homöopathie-Kritik oftmals unehrlich und ungerechtfertigt ist; und ich habe versucht, Erklärungsansätze für homöopathische Methoden zu finden bzw. meine eigenen Unklarheiten zum Ausdruck zu bringen.

Letztendlich sollte sich die Homöopathie nur daran messen müssen, ob sie wirkt, oder nicht. Die Gegner vertreten den Standpunkt, dass sie aufgrund der wissenschaftlichen Unmöglichkeit ihrer Methoden prinzipiell nicht funktionieren kann, sind jedoch nicht ehrlich (oder mutig?) genug, um unter nicht-verzerrenden Bedingungen zu überprüfen, ob sie es vielleicht doch tut.

Möglicherweise stellen wir fest, dass Homöopathie tatsächlich nur eine Illusion und ein unhaltbares Gedankenkonstrukt ist, und dass sämtliche Heilungserfolge einzig und allein auf Suggestion (Placebo-Effekt) basieren. (Das wäre, nebenbei bemerkt, ein sehr beachtliches Zeugnis für die Möglichkeiten, über das Bewusstsein auf Körper und Geist einzuwirken, aber dieser Umstand wird ja interessanterweise auch von der Schulmedizin nicht geleugnet.)

Möglicherweise stellen wir aber auch fest, dass unsere Vorstellungen über die Realität unvollständig sind, und dass der Homöopathie ein bisher unentdecktes Prinzip zugrunde liegt, welches wir ergründen sollten, da es vielleicht kaum vorstellbare neue Erkenntnisse liefert. (Meines Erachtens sollte die Motivation eines wahren Wissenschaftlers nicht das Verteidigen des Status Quo sein, sondern die Neugier und der Anspruch, bisher unerklärliche Phänomene erklären zu können.)

Vielleicht habe ich jemandem mit diesem Artikel die Grundlage für einen etwas differenzierteren Standpunkt zum Thema Homöopathie liefern können.

So oder so, vielen Dank fürs Lesen. Über Feedback in den Kommentaren freue ich mich.

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Author: schoschie

I like to see the wiring under the board™

137 thoughts on “Homöopathie ist Wahnsinn”

    1. Das Resignieren vor pseudowissenschaftlichem Blödsinn hat mit Toleranz nichts zu tun.

      Würden Sie auch perpetuum mobile tolerieren oder eine Firma, die solchen Betrug Verbrauchern als funktionierendes Gerät anbietet?

  1. Schöner Artikel! Ich bin zwar nicht wirklich von Homöopathie überzeugt – aber auch nicht gerade von der Schulmedizin, die die Menschen immer stärker mit Einheitsmedikamente und -behandlungen heilen möchte. Trotzdem bin ich mit der Schulmedizin groß geworden und sie ist mir vertrauter. Weswegen ich lieber zum schulmedizinischem Kinderarzt gehe – mein Mann aber lieber zum Homöopath. Wegen der Kinder wäre es schon gut, wenn wir einen Konsens finden könnten. Bisher hat das nicht geklappt.

    Ansonsten finde ich – wie Du erwähnt hast – dass das Beispiel auf vielen anderen Bereichen übertragbar ist. Toleranz für andere Überzeugungen wäre sehr wünschenswert.

    1. Hey Angela, danke. Mir geht es ziemlich ähnlich wie Dir. Ich habe beiden Schulen gegenüber eine gesunde Skepsis. Für triviale, konkrete Sachen würde ich auch eher zum normalen Haus- oder Facharzt gehen, einfach, da es dort praktischere Lösungen gibt. Wenn diese scheitern, sehe ich mich woanders um (nicht zwangsläufig in der Homöopathie, sondern eben der Alternativmedizin, die ja einiges zu bieten hat). Speziell bei seelischen und psychosomatischen Leiden kommt man mit der Schulmedizin sehr schnell an eine Grenze. Das habe ich selber (leider) erlebt.

      1. “Praktisch” – ich glaube, dass ich das genauso beschrieben hätte 🙂
        Ich musste meinen vorherigen Kommentar sehr schnell schreiben – wegen krankem Kind(!) – und das wichtigste nicht klar genug ausgedrückt: Es geht einem meistens nicht viel an was jemand anders für sich macht, aber wenn zwei Menschen mit unterschiedlicher Aufassungen für “Drittmenschen” entschieden müssen, ist das keine einfache Situation. Die Körper der Kinder sollten nicht zum Schlachtfeld für einen Glaubenskrieg werden. Das ist aber verdammt schwierig, wenn man nicht genug vertrauen bzw. Misstrauen hat.

      2. Oh ja, das verstehe ich. Das ist eine ganz andere Art von Verantwortung. Da kann man keine Experimente machen. Vielleicht muss es ja gar kein Glaubenskrieg werden. Ich glaube, beide Ansichten haben ihre Gültigkeit. Es gibt sicher Dinge, die besser bei der Schulmedizin aufgehoben sind und andere vielleicht eher bei Alternativmedizinern oder sonstigen Heilern. Ich glaube, es ist nicht notwendig, sich exklusiv entweder für das eine oder das andere zu entscheiden.

  2. Nun.. meine Mutter ist von der Homöopathie überzeugt und dementsprechend bin ich mit ihr groß geworden. Auch wenn ich nicht zwingend an die Homöopathie als solches glaube, glaube ich doch daran, dass unser Wille stärker ist als die meisten Medikamente – und das ohne Nebenwirkungen. Insofern kann ich durchaus verstehen, was man an Homöopathie findet. Auch wenn es mit reinen Zuckerpillen ohne Potenzierung vermutlich genau so gut funktionieren würde, wie du es ja in deinem Artikel auch ansprichst.

    Nichtsdestotrotz muss ich dir bei deiner eingangs erwähnten Argumentation widersprechen. Ich glaube nicht, dass aktive Homöopathiegegner insgeheim glauben es würde funktionieren. Es gibt genug Dinge auf dieser Welt, die zeigen, dass wir Menschen nicht mit Logik gesegnet wurden. Der Glaube an Gott, Himmel und Hölle oder das alltägliche RTL-Programm und die BamS sind finde ich sehr gute Beispiele dafür. Nur weil es viele machen, muss nicht unbedingt ein Funke Wahrheit dran sein.

    1. Danke, Karim 🙂

      Ich unterstelle den H.-Gegnern übrigens nicht, dass sie insgeheim doch an H. glauben. Wenn das so ankam, habe ich mich ungenau ausgedrückt. Was ich sagen wollte, ist, dass ich davon ausgehe, dass sich ihnen vielleicht Zweifel aufdrängen, da sie sehen, wie viele Leute dieser für sie falschen Sache anhängen. Das können un(ter)bewusste Zweifel sein (m.a.W. wenn man sie fragen würde, ob sie Zweifel haben, würden sie das verneinen). Sowas führt dann aber trotzdem zu einer kognitiven Dissonanz, und die wiederum führt zu einer unterschwelligen Angst. Das ist allerdings nur ein Erklärungsmodell von mir, und damit mag ich genauso falsch liegen wie mit allem anderen. Für mich ist es schlüssig, aber das bedeutet nicht, dass es eine für alle geltende Wahrheit sein muss.

      Logik wird, glaube ich, überbewertet. Ob Menschen logisch denken oder nicht, tut nicht viel zur Sache. Man kann sich mit Logik alleine alles mögliche beweisen oder auch einen Gegenbeweis konstruieren. Eine rein logische Argumentation würde voraussetzen, dass wir alle Daten zur Verfügung haben, und das haben wir nicht. Niemand ist allwissend. (Leider.)

      Und, klar, der Umstand, dass viele einer Sache anhängen, beweist gar nichts, ausser, dass eine Idee populär ist.

  3. Ich reduziere das Konzept der Homöopathie auf das Konzept Zuwendung. Der Heiler hört dem Kranken zu, sie gehen zusammen dem Problem auf den Grund, es wird ein Kügelchen gereicht – ein spezielles, eines von tausend möglichen, zugeschnitten auf Dein persönliches Krankheitsbild, es hilft und es gibt keine Nebenwirkungen. Ist das nicht schön. Ich gebe allen Familienmitgliedern zwischen 3 und 80 Jahren Arnikakügelchen und dazu einen Kräuternamen, eine liebevolle Geschichte, die zum Problem passt und das hilft. Den wirtschaftlichen Teil reduziere ich auf das Konzept Gelddruckmaschine. Wenn ich eine Produktpalette von 1000 “Medikamenten” habe und kein einziges Molekül Wirkstoff nachweisen muss – ich würde schöne Aufkleber auf braune Handschmeichelflaschen kleben und überall reine Zuckerperlen einfüllen. Die übrige Zeit vertreibe ich mir mit Werbetrommeln.
    Gibt es erinnerungsfreies Wasser als Homöopathierohstoff?

    1. Die Reduktion der homöopathischen Behandlung auf ein zuwendungsvolles Gespräch und im weiteren ein wenig Placebo-Effekt ist nicht neu. Das sehen viele so; ich selbst bin hauptsächlich wegen der sehr erbaulichen und therapeutischen Gespräche zu meiner (klassischen) Homöopathin gegangen. In die die Globuli habe ich nie viel Bedeutung gelegt, sie aber trotzdem wie angeordnet genommen, denn wenn ich ein Spiel mitspiele, dann auch ganz, ohne mir anzumaßen, die Regeln abzuändern. Und was weiß ich denn, welche Mechanismen da am Werk sind. Hätte ich von vorneherein die Auffassung gehabt, dass das alles Blödsinn ist, wäre ich sicher nicht hingegangen. Natürlich waren und sind da Skepsis und Zweifel; aber meine Neugier und Offenheit sind größer.

      Mit einer liebevollen Geschichte und etwas Zuwendung ist es übrigens bei weitem nicht getan; zumindest meine Homöopathin hat viel tiefgreifendes (pyschologisches) Verständnis und Erfahrung eingebracht, um mir den Sinn krankhafter Zustände zu erschließen. Ich bin durchaus in der Lage, zu erkennen, ob da jemand wirklich weiß, wovon er redet, oder ob er mich nur »belabern« will. Für etwas »lieb-reden« hätte ich ihr jedenfalls nicht ein zweites Mal Geld gegeben, denn damit erreicht man auch nicht mehr als ein vorübergehendes gutes Gefühl.

      Die Arbeit, die sie gemacht hat, war ernste und anspruchsvolle Arbeit, und so eine Arbeit muss angemessen honoriert werden. Sie hat weniger für ihre Zeit und Mühe verlangt als ein typischer Handwerker, und dieses Geld habe ich ohne Bedenken gezahlt (denn es geht nicht um meine Waschmaschine, sondern meine Gesundheit). Von einer Gelddruckmaschine habe ich da nichts gesehen, und die Globuli hat sie mir nicht einmal berechnet. Ebensowenig rührt sie eine Werbetrommel; ich kenne sie ausschließlich über persönliche Kontakte.

      Dass Du Homöopathie offenbar als Abzocke, Scharlatanerie oder sonstwie unehrliches Vorgehen siehst, kann ich Dir nicht nehmen; es steht Dir vollkommen frei. Vielleicht hast Du ja jemanden erlebt, der sich als Homöopath ausgibt, aber tatsächlich nicht »vom Fach« ist und nur »heiße Luft« verkauft. Diese Leute gibt es leider, wie in jedem Bereich.

      Was hält Dich übrigens auf, eine Million Handschmeichelflaschen zu kaufen, diese mit schönen Aufklebern zu bekleben, Zuckerperlen einzufüllen und dann die Werbetrommel zu rühren, um diese als Heilmittel zu verkaufen? Das klingt nach einem grandiosen Geschäftsmodell – wenn man kein Gewissen hat. (Ich bin gerne ehrlich und aufrichtig, daher wäre das nicht so mein Ding.)

      Ob es das erinnerungsfreie Wasser gibt, ist in der Tat eine gute Frage, über die ich mir Gedanken machen werde.

      PS. Dass es keine Nebenwirkungen gäbe, ist übrigens so pauschal nicht richtig; die homöopathische Behandlung zeigt sich in allen möglichen Wirkungen, von denen man einige – je nach Standpunkt und Situation – sicher als »Nebenwirkung« (auch unangenehmer Art) einstufen kann.

  4. Wahnsinn oder Bach: Heute Homöopathie

    Homöopathie in der fucked up machine.

    Seit ich mein TeeWasser nur noch aus positronisch magnetisierter Erdumlaufbahn beziehe und dies mit ein paar schamanischen LiebesGesängen informationiere, das Ganze noch mit einer hoch phallischen Dosis Kamillenblüten, die ich im Mondschein beim Bächlein mit der Mühle Klip-Klap sammle, potentifiziere, schmeckt mir der Tee zwar nicht mehr, so dünn ist die Brühe, aber wenigstens macht’s schä und tut gut, so rein auto immunistisch. Der Geschmack kommt dabei ohnehin von Milch mit Zucker und eine Überdosis ist nicht zu erwarten.

    rofl

    LLAP
    =Λ=

    Ist alles nur Schwingung q:D”

  5. Vielen Dank für den tollen Artikel!
    Ich selbst kenne beide Seiten, Schulmedizin als Krankenschwester und Homöopathie als Heilpraktikerin, und kann nur sagen, daß Homöopathie sehr oft hilft, aber nicht immer – wobei ich mir sicher bin, dass dies nur daran liegt, dass sich das passende Mittel nicht finden ließ.
    Zum Rätsel der stärkeren Wirksamkeit bei höherer Verdünnung:
    Es geht eben nicht nur um die Verdünnung, sondern um den Vorgang des Potenzierens, sprich dem Verschütteln, was klassischerweise durch Schläge der befüllten Arzneiflasche auf einen harten Untergrund geschieht.
    Folgt man den Gedanken des genialen Japaners, (dessen Name mir grad entfallen ist), der Wasser im geeisten Zustand in Scheiben schnitt und mit Makrolinse fotografierte, kann man die Unterschiede der “Wässer” sehen. Die Kristalle sahen total unterschiedlich aus, jenachdem mit welchen Informationen das Wasser beschallt wurde, z.B unterschiedlichen Musiktiteln.
    Wasser konnte hier sichtbar differenziert informiert werden.
    Durch das Schlagen auf einen Wiederstand “stempelt” sich diese Information nun immer deutlicher in das Wasser hinein, immer mehr Moleküle werden verändert, und je mehr Lösungsflüssigkeit dazukommt, desto mehr Platz haben die immer feineren Moleküle….
    So ungefähr könnte eine Erklärung sein – zumindest verstehe ich es auf diese Weise sehr gut!

      1. Emoto erklärt nichts, er postuliert nur und liefert keine Belege. Ein “Wassergedächtnis” gibt es zwsr, aber nur für 50 Femtosekunden.

        Anstatt alles zu glauben, was man hier anspricht, sollten Sie sich besser vorher aber die Fakten informieren:

        https://www.psiram.com/ge/index.php/Masaru_Emoto

        Das Schlimme an der Homöopathie ist nicht der Glaube daran, sondern die pseudowissenschaftlichen Behauptungen, die einfach nicht stimmen.

  6. Bin seit 32 Jahren forschende Homöopathin. Meine konsequente Weiterentwicklung von Hahnemanns Gedankengut habe ich Kreative Homöopathie genannt. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass die fanatischen Homöopathie Gegner vermutlich viele Schuldgefühle haben könnten, da in meinen Augen eine homöopathische Heilung oft wie eine Befreiung oder Erlösung vom Leid ist.
    Für Menschen, die unbewusst, oft aus
    ” katholischen” Gründen sich Leid auferlegt haben – kommt in meiner Praxis oft vor- ist die Homöopathie eine echte Bedrohung. Die Gesetze der Homöopathie entsprechen weitgehend den Gesetzen des Lebens.

    1. Inspirierender Gedanke. Ich kenne selber das Phänomen, aus einem Impuls heraus all solche Verfahren abzulehnen, die mir auf »magische« (nicht unmittelbar verständliche) Art und Weise einen Heilungserfolg versprechen. Sehr oberflächlich betrachtet fühlt man sich an Betrüger erinnert, die schnelles Geld versprechen. Die Kaskade aus psychologischen Schlussfolgerungsketten (basierend auf früheren Erfahrungen) zu analysieren, die in solchen Fällen wahrscheinlich unbewusst in einem abläuft, wäre sehr aufschlußreich. Schuldgefühle spielen dabei vermutlich immer an irgendeinem Punkt eine Rolle.

  7. “Denn würde er sie einfach ablehnen, könnte er ertragen, dass es andere gibt, die sie befürworten. Er wäre entspannt. Sollen die Leute doch Homöopathie unterstützen. Passt schon. Die machen ihr Ding, ich mache meins.”

    Und genau diese Ansicht ist falsch. Es gibt unzählige Fälle, in denen Menschen Krebstherapien der so genannten “Schulmedizin” abgelehnt haben, weil ihnen versprochen wurde, dass man sie mit Hilfe von Homöopathie (und anderen so genannten “Alternativen”) irgendwie “sanft” von ihrer Krankheit heilen kann. Wenn jemand meint, bei einem Schnupfen oder was ähnlich harmlosen die Zuckerkügelchen einzuschmeißen – bitte, kein Problem. Das Problem beginnt dort, wo falsche Hoffnung verkauft wird. Wenn Du mal einen lieben Menschen deswegen verloren hast, wirst Du vielleicht jene verstehen, die Du hier als “Schreier” verunglimpfst.

    Und im Übrigen: Es gibt keine einzige ehrliche Studie, die auch nur die Spur eines Nachweises der Wirksamkeit von Homöopathie bringt. Dann wird immer gesagt, Homöopathie dürfe man nicht mit den Maßstäben der Medizin messen. Warum muss man dann die “Schulmedizin” (btw., es gibt keine “Schulmedizin”, es gibt Medizin, die wirkt, der Rest ist keine Medizin) diesen Maßstäben genügen?

    Und diejenigen, die jetzt über die böse Pharmaindustrie schimpfen, die mit Medikamenten Gewinn machen will: Kriegt Ihr etwa die homöopathischen Präparate umsonst? Schon mal darüber informiert, was für einen Riesengewinn die Homöopathie-Industrie jedes Jahr einfährt?

    Und das ist nichts weiter als Hoffnung, die man in Flaschen gefüllt hat. Trügerische Hoffnung. In einer Fernsehserie wird das sehr schön zusammengefasst:

    Alternativer Arzt: “Wir verkaufen Hoffnung. Darum geht es doch in der Medizin.”
    Person: “Nein. Um Hoffnung geht es beim Beten. Und das sollte kostenlos sein.”

    1. Da die ausführliche und angemessene Reaktion etwa den Umfang von einem ganz neuen Blogartikel haben müsste und ich gerade ziemlich müde bin, formuliere ich es mal so: Sie müssen noch viel lernen, (wahrscheinlich relativ) junger Padawan!

      Der Kommentar war unnötig überheblich. Die damit verbundene Beleidigung nehme ich zurück. Ich hätte deutlich konstruktiver reagieren können, Entschuldigung.

    2. Allerdings: eine implizit angesprochene Sache ist fair. Nehmen wir das Beispiel Krebs. Versetze ich mich in eine Person, die an Krebs leidet oder ein solches Leiden vermutet, und habe die Wahl zwischen verschiedenen Behandlungsmethoden, darunter Schul- und Alternativmedizinische, dann wäre ich vor eine sehr große Herausforderung gestellt. In jedem Fall würde ich mich – und sehr wahrscheinlich als Allererstes – schulmedizinisch untersuchen lassen und mich so intensiv wie möglich über die schulmedizinischen Therapieoptionen und ihre Heilungschancen informieren. Selbst wenn eine schulmedizinische Therapieintervention bedeuten würde, dass mir z. B. ein signifikanter Teil eines Organs entfernt werden muss, worunter ich anschließend auf bestimmte Art leiden würde, weiss ich nicht, ob ich den Mut hätte, zu sagen: ha, nee, ich gehe jetzt doch zum Homöopathen. An diesem Punkt sieht man wahrscheinlich, dass zumindest ich kein »fundamentaler« Homöpathie-Anhänger bin, aber eben auch kein fundamentaler Gegner. Den obigen Artikel habe ich so geschrieben, dass diese Haltung auch zum Ausdruck kommt, und wenn das nicht so ist, dann habe ich den Text nicht entsprechend ausgewogen genug geschrieben.

      Ich hoffe auch, dass vollkommen klar ist, dass bestimmte Arten von medizinischen Krisen, wie z.B. die Folgen eines Verkehrsunfalls, nicht das Arbeitsgebiet von Homöpathie sind. Wer eine klaffende Wunde im Bein hat, durch die das Blut durch die zerfetzte Arterie oder Vene nur so herausspritzt, und dann seinen Haushomöopathen anruft, er möge bitte mit ein paar Globuli anrücken, am besten gleich alle mitnehmen, da er gerade am recht beschleunigten Krepieren ist und daher die Schilderung seiner genauen Konstitution in dem für eine homöopathische Diagnose notwendigen Umfang ein katastrophales Zeitmanagementproblem darstellt – ich hoffe, ich muss das nicht weiter ausmalen. Es wäre höchst albern und kindisch. Ich kenne Hahnemanns Werk nur extrem oberflächlich, aber ich nehme doch stark an, dass er auch nicht im Sinn hatte, mechanische Verletzungen (Traumata) mit seiner Methode zu behandeln. Falls jemand ihn besser kennt und dies doch so ist, dann muss ich meine Meinung zur Homöopathie auf eine sehr abschlägige Art und Weise verändern, denn das wäre wirklich hochgradig hirnrissig.

      Homöopathie wird doch nicht in erster Linie da angewandt, wo eine Krise sofortige und »dramatische« Behandlungseingriffe erfordert. Das muss doch klar sein. Es geht um Leiden oder Krisen, für die »die Schulmedizin« tatsächlich keine sehr effektive Lösung hat. Typisch wäre da alles, was man im allgemeinen als »psychosomatisch« bezeichnet. Ich weiss nicht, welche darüber hinaus gehenden Heilungsansprüche die Homöpathie hat – Krebs wäre allerdings ein schwieriger Grenzfall (s.o.).

      Dass so ein Kommentar kommt, lässt mich auch vermuten, dass da die Unterstellung im Raum steht, ich fände es unterstützenswert, sämtliche schulmedizinischen Errungenschaften pauschal und grundsätzlich durch die Anwendung homöpathischer Präparate zu ersetzen. Auch das wäre doch höchst albern. Entschuldigung, dass ich mich etwas gestelzt ausdrücke, aber dass ich diese Dinge überhaupt ausformulieren muss, ist ja auch ein bisschen eine Reaktion auf die wahrscheinlich gar nicht bewusst zum Ausdruck gebrachte Unterstellung, ich sei ein bisschen dumm, was ich mit ebendieser akademischen Ausdrucksweise etwas kompensieren möchte.

      Update (23:49 Uhr) auch dieser Absatz war unnötig. Ich habe mich vorhin von Ärger leiten lassen, wie man merkt. Unnötig. Meine Aussagen behalte ich bei, aber den passiv-aggressiven Ton hätte ich mir klemmen können. Sorry.

      1. “Dass so ein Kommentar kommt, lässt mich auch vermuten, dass da die Unterstellung im Raum steht, ich fände es unterstützenswert, sämtliche schulmedizinischen Errungenschaften pauschal und grundsätzlich durch die Anwendung homöpathischer Präparate zu ersetzen. ”
        Habe ich nicht so verstanden. Alex hat doch ziemlich unmissverständlich deutlich gemacht, dass Toleranz gegenüber Scharlata… – pardon, Homöopathie – dort aufhört, wo sie Schaden anrichtet, indem sie Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen als wirksame Alternative zu einer notwendigen medizinischen Behandlung angepriesen wird oder diese davon abhält, sich rechtzeitig einer kompetenten Behandlung zu unterziehen, bevor eventuell bleibenede Schäden eintreten.

        1. Und ich meine, an meinem Beispiel klargestellt zu haben, dass ich es für ziemlich verantwortungslos halten würde, sich bei schwerwiegenden Krisen nicht mindestens auch (und typischerweise an erster Stelle) an eine schulmedizinische Autorität zu wenden, um ermessen zu können, welche Behandlung die besten Chancen auf Heilung haben würde. Die Auffassung, dass die »reguläre« schulmedizinische Herangehensweise die einzig zulässige ist, vertrete ich übrigens ausdrücklich nicht, falls das nicht schon offensichtlich ist. Wenn das der Kern unserer Meinungsverschiedenheit ist, verschwenden wir mit weiteren Diskussionen sehr wahrscheinlich unser beider Zeit.

          1. Die Fähigkeit, zwischen schwerwiegenden Krankheiten und solchen zu unterscheiden, die von allein (ohne Spätfolgen) oder durch Plazebo-Interventionen wieder verschwinden, haben aber die wenigsten Menschen. Verantwortungslos wäre darum, diese überhaupt erst in der Überzeugung zu bestärken, bei Homöopathie würde es sich um eine wirksame Behandlung handeln.

        2. Alex und Kay Niebank, danke für Eure Kommentare! Sie sind sachlich und höflich formuliert und drücken genau das aus, was nach heutigem Wissensstand darüber zu sagen ist. Schade, dass der Threadstarter dies nicht zu verstehen scheint, oder halt doch mehr von der Homöopathie überzeugt zu sein scheint, als es ihm selbst klar ist. Sonst würde er doch nicht so gegenhalten müssen.

          Wenn ich zudem hier lese, dass Krebs “ein schwieriger Grenzfall wäre”, dann stellen sich mir leider die Haare zu Berge. Hier hört der Spaß nämlich auf, denn wenn sich Homöopathen an Krebs versuchen, – was nicht selten der Fall ist – ist dies eigentlich kriminell.

          1. Es sind immer nur die »sachlich«, die thematisch mit Ihnen übereinstimmen, oder? (Wer nicht gegen Homöopathie argumentiert, kann wohl nicht sachlich sein, egal, was er sagt.)

            Ich glaube, Sie haben noch nicht verstanden, worum es mir in diesem Artikel geht. Ich bin von Homöopathie nicht »überzeugt«. Anders als Sie glaube ich aber nicht, dass nicht-alternative Medizin die einzig zulässige und denkbare Medizin ist und noch dazu über jeden Zweifel erhaben. Wenn man sich ansieht, wie oft nicht-alternative Therapien scheitern, dann muss es erlaubt sein, über den Tellerrand zu schauen. Und ja, ich »halte dagegen«, wenn man mir zwischen den Zeilen mitteilt, dass ich ein Spinner bin, wenn ich dies tue.

            Wenn Sie glauben, dass ich die wissenschaftlichen Argumente gegen die Homöopathie nicht verstehe, dann haben sie meinen Artikel vermutlich gar nicht gelesen? Haben Sie verstanden, dass man die Unwissenschaftlichkeit der Homöopathie anerkennen und dennoch für alternative Ansätze dieser Art offen sein kann?

            Thema Krebs: Sagen Sie mir doch mal, wie viele Personen an Krebs sterben, obwohl sie sich einer nicht-alternativen Therapie unterzogen haben, in der ihnen Hoffnung auf Heilung gemacht wurde? Ist es nicht kriminell, wenn man suggeriert, nur nicht-alternative Medizin dürfe sich mit Krebs befassen (denn alles andere ist Spinnerei), und doch kann sie Krebs in vielen Fällen nicht heilen?

  8. “Potenzierung” ist nicht gleich “Verdünnung”…Parallel zu den Verdünnungsschritten findet bei der Herstellung von homöopathischen Arzneien eine “Energisierung” durch Verschüttelung statt…derjenige, der die Arznei herstellt, legt seine ganze Aufmerksamkeit und Energie in die Schläge, mit denen die Arznei energetisch “aufgeladen” wird, bei jedem Potenzierungsschritt…deshalb werde immer tiefere Schichten durch die Arznei erreicht…
    Ich setze seit ca. 25 Jahren in meiner Tierarztpraxis Homöopathie ein- und wenn es auch nichts nützt, so verschreibe ich doch ca. 50% weniger Antibiotika und ca. 80% weniger Corticosteroide als eine rein schulmedizinische Praxis mit vergelichbarem Klientel…

    1. “Parallel zu den Verdünnungsschritten findet bei der Herstellung von homöopathischen Arzneien eine “Energisierung” durch Verschüttelung statt…derjenige, der die Arznei herstellt, legt seine ganze Aufmerksamkeit und Energie in die Schläge, mit denen die Arznei energetisch “aufgeladen” wird, bei jedem Potenzierungsschritt…deshalb werde immer tiefere Schichten durch die Arznei erreicht…”

      Das glauben Sie aber jetzt nicht im Ernst, oder? Ich finde solche esoterische Aussagen von studierten Menschen total beängstigend.
      Nur als kleine Anekdote: ein Freund von mir hat Ende der 60er Jahre bei einem der größten HP Hersteller in D gejobbt….als “Schläger” der Homöpathika……NIX MIT Energie……die haben sich da einen Spass draus gemacht….von Anzahl der Schläge ganz zu schweigen…..ich glaub die haben nie gestimmt…..

    2. Zu diesem “Phänomen” habe ich einen eigenen Artikel geschrieben, wo ich das Verfahren mit einer möglichen, sich aber leider selber widerlegenden Antwort eines Homöopathen dargestellt habe. Auch Ihr Kollege Herr Friedrich meinte, einen Fehler in der Beschreibung gefunden zu haben, weigerte sich aber dann, diesen zu beschreiben und verwies, wie immer bei dieser Art von Kritik, auf fehlendes Verständnis meinerseits, ohne dieses jedoch näher auszuführen.
      Doch, mea culpa, er sagte irgendwann plötzlich, nachdem er wohl keine Antwort hatte, dass man das die Hersteller fragen müsse, da es ihn nicht interessiert. Mit einem Mal.
      Ich würde mich freuen, wenn Sie dort vielleicht ein wenig Licht ins Dunkel bringen können. Und dort wird auch nicht entgegengesetzt zu der Behauptung unseres Bloggers geschrien.
      Herzliche Grüße

  9. Das Problem das ich sehe das da einfach zu viele Hobbyärzte am Werk sind und das bei schwerwiegenden Krankheiten doch enorme Gefahren bestehen. Ich selber kenne so einen Fall bei dem vor einem Gang zum Arzt aktiv abgeraten wurde. Fazit war das eine schwere Lungeninfektion (inkl. Koma und Intensivstation) mit offensichtlich unwirksamen Mitteln versucht wurde zu behandeln mit den entsprechenden Auswirkungen. Die Person ist nun lebenslang Lungengeschädigt obwohl das mit einer simplen Gabe von Antibiotika ziemlich sicher zu beheben gewesen wäre ohne dauerhafte Schädigung. Die Medizin wird mit den falschen Augen betrachtet. was ist den schlecht an der Medizin? vorkommende Nebenwirkungen? Ja Stoffe die nachweislich eine Wirkung zeigen können eben auch Nebenwirkungen haben. eigentlich nur logisch. Auch immer ein gern verwendetes Argument ist die ach so böse Pharmaindustrie die sich nur an uns bereichern will. Dabei wird ausser acht gelassen was eine Entwicklung Kostet bis ein Medikament offiziell zugelassen wird. welche Entwicklungskosten verursachen den solche dubiosen Mittelchen? Ich frage mich ernsthaft wo mehr “Wucher” stattfindet. Natürlich sind auch in der Medizin Menschen am werk die genau so Fehler machen wie wir alle. Es ist aber jedem freigestellt, sogar zu empfehlen, eine zweite Meinung bei einem Spezialisten einzuholen. Man darf von der Medizin auch keine Wunder erwarten. Hier spielen rein physikalische Prozesse und manchmal ist eben nichts zu retten. Das die Menschheit immer älter wird haben wir einem grossen Teil der Medizin zu verdanken. Es gab Zeiten da war eine heute harmlose Erkrankung tödlich! Ich sehe nichts schlechtes in der Medizin. mir ist bewusst das Menschen auch dort Fehler machen! Mir ist bewusst das nicht alles Heilbar ist. Bei der Homöopathie fehlt dagegen jeglicher beweis einer Wirkung. Es werden Heilversprechen gemacht die unmöglich gegeben sind und leider gibt es Erkrankungen bei dennen der Placeboeffekt nicht ausreicht. Deshalb bin auch ich gegen Homöopathie, ich missioniere aber nicht dagegen. Jeder einzelne ist für sich selber Verantwortlich und muss entscheiden in welche Hände er sich begeben will. Ich habe selber eine technische Ausbildung und deshalb halte ich mich an die physikalischen Begebenheiten. Ich für mich will Belege haben. “Glauben” ist nicht so mein Ding.

    1. Dem ist auch absolut nichts entgegenzusetzen.

      Übrigens stellt wahrscheinlich kaum jemand die Errungenschaften der Medizin (hier: allopatische Medizin) infrage. Ich jedenfalls nicht.

      1. “Allopatische Medizin” ist ein von Hahnemann eingeführter Kampfbegriff gegen die tatsächliche Medizin. Kein vernünftiger Mensch verwendet diesen Begriff, wenn er von der tatsächlichen Medizin spricht. Da ist ja der antisemitisch angehauchte Begriff “Schulmedizin” ja noch besser.

        1. Völliger Unsinn, ob nun von Hahnemann eingeführt oder nicht. Allopathie bedeutet schlicht das Behandeln von Krankheiten oder Krankheitssymptomen mit Mitteln, die diesen Symptomen entgegengesetzt sind, d.h. im Kontrast zur Homöopathie.

          Nur mental beschränkte Menschen benutzen Formulierungen wie »die tatsächliche Medizin« (und meinen damit Allopathie oder auch gemeine Schulmedizin), da ihnen nicht in den Sinn kommt, dass es mehr als eine Herangehensweise geben kann, um Krankheiten zu heilen.

          Über den Verweis auf Antisemitismus bei der Nennung des Wortes »Schulmedizin« musste ich ein wenig lachen. An Ihnen ist ja ein Komiker verloren gegangen!

          Sehen Sie, ich kann genauso schön provozieren wie Sie. Kommen Sie bitte wieder, wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben.

  10. Ich weiß zwar nicht, weshalb die anderen so gegen die Homöopathie sind, aber ich hab meine Tante dadurch verloren. Sie hat lieber auf die Operation verzichtete um den Tumor zu entfernen und auf sanfte Methoden vertraute, weil ein sogenannter Arzt meinte er könne das besser.
    Für mich ist jede Form der Toleranz gegenüber Quacksalberei ein Schritt zur Legitimisierung von unwissenschaftlichen Behandlungsweisen bei tödlichen Krankheiten. F*** dich Homöopathie.

    1. Es tut mir leid, dass Sie Ihre Tante verloren haben. Das ist traurig.

      Ich würde aber behaupten, ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, dass Sie Ihre Tante durch Krebs verloren haben, nicht durch Homöopathie. Ich glaube auch, dass es sehr gefährlich ist, bei einer so schwerwiegenden Sache wie Krebs nicht den Rat eines allopathischen Mediziners einzuholen. Allerdings sollte einem bewusst sein, dass auch allopathische Medizin oft Krebs nicht heilen kann. Mit anderen Worten, auch wenn Ihre Tante sich den Tumor hätte entfernen lassen, ist nicht garantiert, dass sie heute noch leben würde. Allopathische Medizin kann Tumore chirurgisch entfernen, und sie kann Zytostatika geben, um das Wachstum von Krebszellen einzuschränken. Was sie nicht kann, ist zu verhindern, dass jemand an Krebs erkrankt (oder wieder erkrankt). Das ist leider die Realität.

      Ich glaube, Homöopathie zu hassen ist nicht sehr nützlich. Krebs zu hassen vielleicht schon eher.

  11. Mein problem mit homoepathie ist einzig und allein der fakt das ich mit meinen eingezahlten beitraegen in die KK, diese fuer mich pseudowissenschaft mitbezahlen muss. Wer dran glaubt, soll selbst dafuer bezahlen. Das waere fair.

    1. Thilo, sehe ich ebenso. Nur mal als Tipp, ich konnte bei meiner privaten Kasse Heilpraktiker und Homöopathie, die vom Heilpraktiker verschrieben wird, streichen. Einfach mal nachfragen bei der Kasse.

      1. Sie raten jemandem, von seiner gesetzlichen (?) zu einer privaten Krankenversicherung zu wechseln, weil es unerträglich ist, dass seine gesetzliche KK homöopathische Anwendungen bezahlt. Denken Sie doch noch einmal in Ruhe darüber nach. Vielleicht schlafen Sie vorher noch einmal darüber. Mit wachem Kopf denkt es sich etwas besser.

    2. Ich erzähle Ihnen mal, was ich alles mit meinem Krankenkassenbeitrag mitbezahlen muss. Zum Beispiel die Behandlung der schwerwiegenden Folgen jahrzehntelangen Rauchens, obwohl ich selber gar nicht rauche! Oder die Versorgung der Opfer von Autounfällen, obwohl ich selber gar nicht Auto fahre! Das ist sowas von unfair!

      Ich habe die Zahlen zwar nicht zur Hand, aber ich glaube, man kann sich denken, dass die Kosten, die die Krankenkassen in homöopathische Therapien stecken, wahrscheinlich vernachlässigbar gering sind gegenüber so ziemlich allen anderen Kosten, die diese Kassen noch tragen müssen, obwohl sie einen selbst nicht betreffen. So funktioniert nun mal unser Gesundheitssystem.

  12. 1. Wir alle sind die dumm und naiv. Nicht nur alle H.-Gläubigen. Das hat uns die Psychologie wieder und wieder bewiesen. Und das macht und für Werbung, die das ausnutzt, so empfänglich. Und ein Großteil der H.-Befürworter fällt auf werbende Argumente für H. und gegen Schulmedizin herein.
    2. Das mit der Angst verstehe ich jetzt nicht so ganz. Ich habe durchaus Angst vor H. Aber nicht in dem Sinne, dass sich eines Tages heraus stellt, die H. hat sich recht. Sondern dass die stetig klamme Gesundheitsversorgung sich nicht (mehr) auf effiziente und effektive Methoden versteht, sondern im allgemeinen Holismus-Hype vor die Hunde geht.
    3. Das Argument, H. sei ganzheitliche Medizin, zieht überhaupt nicht, denn sie ist genau das Gegenteil. Die H. stellt eine Tabelle von Symptomen auf, die dem Patienten zu eigen sind. Diese Tabelle ist Grundlage für die Therapie. Aber nicht, wie bei der Schulmedizin, als Grundlage dafür, eine mögliche Ursache für Symptomatik zu finden, sondern einfach als ein Entscheidungsraster für das ‘richtige’ Präparat. Das sehe ich nicht all als besonders ganzheitlich an. Es ist eher ziemlich eindimensional (Nun gut, eine Tabelle ist zweidimensional, aber so ist die Redewendung).Du nennst es in deinem Artikel Merkmale. Ich bleibe bei dem Wort Symptome.

  13. Ramen, liebe Fangemeinden beider “Seiten” der Wissenschaft!

    Wer wird denn streiten! Es ist doch alles sonnenklar. Die Schulhomöopathie ist wissenschaftlich bewiesen. So schaut’s aus! Es ist, bzw. es kann bewiesen werden, dass die Hahnemannsche Schüttelheilinformationskraft gleichwertig ist mit der Sprechinformationskraftheilung des Fliegenden Spaghettimonsters. Ramen.

    http://FSMoSophica.org/2014/06/04/Die-FSMoPathie

    Meine neue spirituelle traditionelle und sanfte Alternative zur Homöopathie ist gleich wirksam und gleich unnötig, ist aber merklich billiger. Bitte helfet MIR, das Wort zu verbreiten, aufdass meine Spaghettiglobuli bald auch in Apotheken zu erhalten sind.

    Wer MIR auch noch helfen will, diese, meine doppelblinde Forschung voranzutreiben:
    http://FSMoSophica.org/FSMoPathic-Trial

    Denken hilft. Glauben und beten auch.

    Ramen.
    Das FSM möge Euch knuddeln und Eure Birnen erhellen!

      1. Nunja. Das stimmt so nicht. Das Nudelige Monsterr hat MIR seine eigene HomöopathieHeilEnergieInformation esoterisch zugechannelt. Sie soll nun gleichwertig zur verstaubten esoterischen Hahnemannopathie on Ihrer Apotheke zu kaufen sein.

        [ Link entfernt ]

        Ramen.

        1. Ramen! Ich habe gerade mit dem FSM telefoniert. Wir sind seit langem gute Kumpels, und ich habe ihm von Ihnen erzählt. Es sagte, es habe keinen blassen Schimmer, wer Sie sind. Ich solle Sie einfach nicht ernst nehmen. Ts. Hab ich mir doch gedacht. Ramen!

          1. Being »secular« is confining yourself to a mental prison where you voluntarily ignore any and all phenomena that are not immediately explainable. It’s a cop-out.

          2. »Hallo FSM, Eure Herrlichkeit, dieser Mr. MIR nervt immer noch.« »Ich sagte doch, einfach ignorieren, der geht irgendwann von selber weg.« »Oh FSM, wie klug Ihr seid!«

  14. Ich weiß gar nicht, warum man darüber so lange diskutieren muss und vor allem, warum schoschie einen Blogbeitrag schreiben muss, der mit so vielen logischen widersprüchlichen Aussagen gespickt ist. Dabei kann man es doch so einfach zusammenfassen:

    Homöopathie wirkt nicht mehr als ein Placebo. Das ist Fakt, weil:

    1. die postulierte Wirksamkeit von Globuli elementarsten bewiesenen Naturgesetzen widerspricht, also die theoretische Grundlage nicht stimmt und auch niemals stimmen wird. Wir reden hier von Verstößen gegen z.B. den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und sogar logischen Widersprüchen. Wir sind hier auf der selben Argumentationsebene wie einer Postulierung von funktionierenden perpetuum mobile.

    2. die beobachtete “Wirksamkeit” eine Beobachtung eines natürlichen Heilverlaufes ist. Einfach gar nichts machen und an das eigene Immunsystem zu glauben hätte genau so gut geholfen.

    Glaube ist von Wissenschaft zu trennen. Ein (Aber)glaube wäre nicht das Problem – viele Skeptiker lassen deswegen auch Astrologen gewähren, bei denen das klar geregelt ist.

    Das Problem, das viele Homöopathiegegner rasend macht, sind die pseudowissenschaftlichen Aussagen zu den Globuli. Würde man hier mal tabula rasa machen und die Dinger als das betrachten, was sie sind, bräuchte man nur noch eine Sorte davon: “Saccharum D0” und den Homöopathen als zuhörenden, einfühlsamen Arzt mit Erfahrung in Psychosomatik. Der heisst dann aber auch “Arzt” und nicht mehr “Homöopath”.

    1. Absolut richtig, TeslaDriver. Das Problem dabei ist nur, dass durch diese Ehrlichkeit ganz viele Menschen aus der Quacksalber-Fraktion sich eine ehrliche Arbeit suchen müssten. Heutzutage kann sich ja jeder Trottel durch Ablegen einfacher Tests den Status eines “Heilpraktikers” erlangen, während für ein seriöses Medizinstudium echt Zeit investiert werden muss und einiges an Hirnschmalz erforderlich ist.

      1. Das ist unwahr. Eine Heilpraktikerausbildung schafft nicht “jeder Trottel”. Das ist ein verbreitetes Vorurteil.

        Das ist der letzte Kommentar in diesem Ton von Ihnen, den ich auf meinem Blog toleriere. Ich bin nämlich auch kein Trottel.

        1. Ich bitte höflichst um Entschuldigung und korrigiere meine Aussage nach ausführlicher Recherche folgendermassen:
          Heutzutage kann sich ja jeder Hauptschulabgänger mit guten polizeilichen Führungszeugnis z.B. in einem zehnmonatigen Kurs zum Preis von 4400 Euro oder auch einem Crash-Kurs [ sic!] für 3600 Euro zum “Heilpraktiker” ausbilden lassen, während für ein seriöses Medizinstudium um die sechs Jahre und mehr investiert werden müssen. In der Schweiz können sich in einigen Kantonen sogar auch Menschen ohne diese Qualifikationen legal als “Heilpraktiker” betätigen.
          Beispiele von: http://www.heilpraktikerschule-intensivkurs.de/heilpraktiker-intensivschule/gebuehren.htm

          1. Sicherlich kann man sich auch irgendwo auf der Welt zum “Mediziner” “ausbilden” lassen gegen Zahlung eines bestimmten Betrages. Das ist pauschales Bashing. Das Medizinstudium produziert auch nicht automatisch gute Therapeuten. Von der Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie weiss ich, dass Viele spätestens in der Abschlussprüfung rausfliegen. Das sind wahrscheinlich genau die, die glauben, dass “jeder Trottel” Heilpraktiker werden kann.

          2. Was genau ist ein “Mediziner”, wie hoch ist der betreffende “Betrag” und wie steht’s mit der Anerkennung in Deutschland? Und was willst du eigentlich damit ausdrücken, Schoschie? Das ist pauschales Bashing, um es mal mit deinen Worten zu sagen.
            Ich bezweifle dass ein in Deutschland anerkanntes Medizinstudium mit sowas hier vergleichbar ist:
            http://humanum.net/heilpraktikerausbildung-gesetze.html

          3. *gähn* Ja, was ist denn bitte ein Mediziner? Nenne mir doch mal eine Definition. Ich bin gespannt.

            Und nein, die Heilpraktikerausbildung hat nicht dasselbe Niveau wie ein Medizinstudium. Behauptet das denn jemand ernsthaft? Ich sicher nicht. Die Unterstellung, dass ein Heilpraktiker nichts wert sei, nur weil die entsprechende Ausbildung weniger umfangreich ist als ein Medizinstudium, lasse ich jedoch nicht gelten. Du magst da gerne anderer Meinung sein, aber das interessiert mich ehrlich gesagt nicht die Bohne.

            Um es mal auf gut Deutsch zu sagen: Ihr dürft mit Eurem Hass auf Heilpraktiker alle mal kacken gehen. Ihr seid bedauernswerte Schwächlinge, wenn Ihr Euch durch etwas so harmloses wie die Existenz von Heilpraktikern bedroht fühlt (und ich vermute stark, dass das der Grund ist für diesen Hass). Jemand mit ausreichend Selbstbewusstsein hat kein Problem damit, dass es Heilpraktiker gibt. Das hat überhaupt gar nichts damit zu tun, wie hoch der Grad des medizinischen Könnens eines Heilpraktikers ist. Wer sich – insbesondere als Arzt – allen Ernstes durch Heilpraktiker bedroht fühlt, der muss ein unglaublicher Schwachmat sein und hat als Mediziner sehr wahrscheinlich absolut nichts zu melden.

            Ich habe gerade ausnahmsweise Lust, überhaupt auf solche Kommentare einzugehen. An anderen Tagen sehe ich mir Eure Kommentare an und lache über Euch. Ihr müsst wirklich sehr kleine Penisse haben. (Ja, ich kann auch unsachlich und »ad hominem« kommentieren. Das macht ja zur Abwechslung auch mal Spaß.)

        2. Nur das ich das richtig verstehe. Sie beschweren sich über den Ton, während von Ihnen Aussagen wie “Um es mal auf gut Deutsch zu sagen: Ihr dürft mit Eurem Hass auf Heilpraktiker alle mal kacken gehen!” kommen? Und das verstehen Sie unter Neutralität? Ist das für Sie nicht ein bisschen Wasser predigen, Wein trinken?
          Herzliche Grüße

          1. Warum sollte ich mir auf meinem eigenen Blog nicht auch gelegentlich denselben Ton herausnehmen dürfen, den sich andere hier anmaßen? Die meiste Zeit versuche ich sachlich zu bleiben, aber gelegentlich platzt mir halt die Hutschnur. Sorry, not sorry.

    2. Ich hoffe, dass Sie mit Ihrer Haltung niemals in die Forschung gehen, denn wessen Hirn so dicht ist, dass er überzeugt ist, es gibt nur das, was wir schon kennen, und alles andere gibt es nicht und wird es auch niemals geben, der wird niemals etwas Neues über die Welt herausfinden.

      Es ist natürlich sehr beruhigend, wenn man glaubt, man kenne bereits alle Fakten.

      Kleiner Tipp: das haben die Menschen zu jeder Zeit geglaubt. Übrigens auch damals im Mittelalter, als man noch überzeugt war, die Erde sei eine Scheibe, um mal das Beispiel eines anderen Kommentators zu recyclen. Und zu jeder Zeit stellen die Menschen, amüsiert über sich selbst, fest, dass sie sich früher geirrt haben. Und sie lernen nie daraus.

  15. Herzlichen Dank für den Bericht, er war wirklich unterhaltsam, kommt aber über polemisch formulierte Verallgemeinerungen und Falschaussagen nicht hinaus. “Genau so sieht es in den Köpfen der laut kreischenden Homöopathie-Hasser aus.” war dann auch der Punkt, an dem ich diesen Artikel verließ, tut mir leid. Wenn Aufklärung als lautes Geschrei einfach jedem Kritiker unterstellt wird ist das Stimmungsmache, keine sachliche Betrachtung. Jede Medaille hat zwei Seiten, Ihr Artikel ist leider nur Gezeter von der einen.
    Viel Erfolg weiterhin mit Ihrem Blog, aber ich verzichte auf ein Follow.
    Herzliche Grüße

    1. Ja, wirklich schade, denn als ich hier zu lesen begann, dachte ich tatsächlich noch an eine nach allen Seiten offene Diskussion, die ohne Beleidigungen auskommt. Stimmt nicht, der Artikel hatte von vornherein eine starre Richtung und wehe, man ist anderer Meinung.

      1. Leider muss ich dem uneingeschränkt zustimmen. Der Autor spricht von Neutralität und zeigt das genaue Gegenteil, er reflektiert auf das Lob der Anhänger und polemisiert auf gerechtfertigte Kritik, um dann mit Halbwissen zu kontern. Schade, die Lust, die der Artikel in den ersten Zeilen machte, wurde recht schnell verdrängt.
        Es bleibt die Frage wer der Schreier in der Geschichte ist.

        1. »reflektiert auf das Lob der Anhänger« — Autor (schoschie) ist doof, da er sich auf »Lob« der »Anhänger« bezieht (Herleitung: Anhänger sind unwissend, da Homöopathie ja zweifelsfrei Irrsinn ist, wie ich sage, und was ich sage, ist ja richtig.)
          »polemisiert auf gerechtfertigte Kritik« – Autor (schoschie) ist doof, da er etwas gegen die gerechtfertigte (!) Kritik aussagt. (Was gerechtfertigt ist und was nicht, bestimme ich, denn ich bin alleiniger Hüter der Wahrheit.)

          Neutral?
          Schreier?

          Es wird langsam etwas ermüdend, Ihnen Ihre sich selbst referenzierende Argumentation auseinandernehmen zu müssen.

          1. 1. Na sehen Sie, Sie können ja doch verstehen.
            2. Sie nehmen nicht auseinander, Sie reden auf infantilste Art nur dagegen an und beziehen sich auf Ausschnitte der Argumente. Um sich dann selber für Ihre Neutralität auf die Schulter zu klopfen. Das ist so, als würden Sie sich einen ruterholen und dann mit den Worten “Du bist echt der Hecht” die Schulter tätscheln. Naja, wers braucht.

          2. Sie sind ja immer noch nicht weg! Respekt für Ihre Hartnäckigkeit, Sie müssen noch mehr Langeweile haben als ich.

            Oder sehen Sie Ihre kleine Mission als Lebensaufgabe? Sie betreiben ein Blog, auf dem Sie gegen Homöopathie wettern. Das lässt mich vermuten, dass mein Artikel nicht der einzige ist, dem Sie so viel Aufmerksamkeit und Zeit zukommen lassen. Sie müssen ja ein sehr ereignisloses Leben führen! Das stimmt mich fast ein wenig traurig. Auf Ihrem Grabstein wird einst stehen: »Olaf Wagenknecht widmete sein Leben heldenhaft und tapfer dem Kampf gegen unverbesserliche Ketzer, die sich positiv oder neutral gegenüber Homöopathie äusserten. Friede sei mit ihm«.

            Gehen Sie doch mal ein bisschen raus an die frische Sonne! (Das sollte ich im übrigen auch tun.)

          3. Nichts für ungut, mir gefällt, dass Sie sich mit der Thematik auseinandersetzen, auch wenn mir Ihre Ansichten nicht zusagen. Aber das müssen sie ja auch gar nicht.

      2. Indem Sie Homöopathie mit »Wünschelrutengängern« und »Hexen« gleichsetzen, bringen Sie zum Ausdruck, was Sie von der Vor-Kommentatorin halten: diese muss eine leichtgläubige, wahrscheinlich auch etwas dümmliche Person sein, wenn sie an solche Märchen glaubt. Meinen Sie nicht, dass das beleidigend ist? Ist Ihnen das nicht bewusst? Oder ist es Ihnen sogar bewusst, aber sie glauben vielleicht, dass Homöopathie-Anhänger so blöd sind, dass man sie ruhig als Deppen darstellen kann – die merken das eh nicht? (Hinweis: Sie liegen falsch.)

        Meine »beleidigende« Reaktion war lediglich ebenso herablassend wie Ihre.

        Ja, mein Artikel hat selbstverständlich eine Auffassung und damit »Richtung« – meine. Ansonsten hätte ich mir das Schreiben ja auch sparen können.

        Ihre Meinung ist im Übrigen völlig unbenommen von dem, was ich schreibe. Ich muss allerdings nicht mit ihr übereinstimmen.

        Tipp: Sie kommentieren unter einem Artikel, in dem ich zu analysieren versuche, warum Homöopathie mit einem derartigen Eifer bekämpft wird, und auf einer Ebene, in der gar nicht erst versucht wird, sich mit dem Thema wirklich auseinanderzusetzen, sondern indem ihre Anhänger verunglimpft werden. Sie tun genau das, was ich laut meinem Artikel als destruktiv und hochgradig unsympathisch empfinde. Haben Sie ernsthaft eine zustimmende oder auch nur neutrale Reaktion von mir erwartet?

        1. Der Vergleich mit Wünschelruten ist völlig angebracht. Wieso sieht sich ein der Homöopathie zugeneigter Mensch dadurch beleidigt? Worin liegt denn der Unterschied zwischen dem Glauben an die Wirkung von Homöopathie und dem Glauben an die Wirkung von Wünschelruten? Erweitern könnte man die Liste noch mit Heiligenbildern, Edelsteinen, magischen Symbolen (z.B. “Neue Homöopathie nach Körbler” oder Zahlencodes nach Grigori Grabovoi). In all diesen Fällen werden Talismännern magische Kräfte zugesprochen. Den Laktosekügelchen das Laktosegedächtnis… Halt, nein, Laktosekügelchen sollen ja ein Wassergedächtnis haben. Oder wie schon wieder? Ach, jetzt bin ich wieder ganz durcheinander…

          1. Nur meine “two cents”: Ich habe einige Erfahrungsberichte von Menschen gehört, die Ihr Glauben an die Schulmedizin verloren haben. Ich glaube nicht, dass man sie wieder zu einer “normalen” Umgang damit bringen kann in dem man sagt, dass sie nur an Magie glauben und schwachsinnig sind. Die Schulmedizin braucht eine kritische Stimme und Ärzte bräuchten mehr Zeit, um Eltern z.B. über Risiken von Medikamenten aufzuklären. Diese Zeit haben sie leider nicht. Wenn Nebenwirkungen schwerwiegend ausfallen und nicht als solche erkannt werden, weil sie als Hirngespenst abgetan werden, fühlen sich die Menschen mishandelt und wollen woanders hin.

            Ich finde die gemeinsame kritische Stimme der Homöopathie-Bewegung nicht verwerflich. Es gibt gute wissenschaftlich-belegte Gründe die heutigen Anwendung der Schulmedizin kritisch zu betrachten. Ich habe lange an der Uni mit Abfallwirtschaftlern zusammengearbeitet und oft von der Gefahr der überflüßigen Anwendung von Antibiotika in einer wissenschaftlichem Kontext gehört. Die schnelle Entscheidung eine OP vorzunehmen, weil es gut bezahlt wird finde ich auch keine wünschenswerte Entwicklung.

            Homöopathie verdient natürlich auch viel Skepsis. Da gebe ich Ihnen nur allzu gern recht. Allerdings gibt es auch Inhalte, die ich wichtig finde, die bei der Schulmedizin eigentlich anerkannt sind, aber meistens untergehen, weil der Druck wirtschaftlich und schnell zu sein einfach zu hoch ist.
            Nur so viel von einer Frau, die in Amiland der 80er und 90er extrem viele Pillen unkritisch verschluckt hat…

          2. Ja ja, sehr amüsant! Eine Frage: an was glauben Sie denn so? Ich bin mir nämlich sicher, dass sie ziemlich viele Dinge einfach glauben. Oder wissen Sie etwa alles?

            (Um entsprechenden Reaktionen vorzubeugen: ja, das war polemisch und sarkastisch, und zwar genau so, wie der Vorkommentar. Ich kann das nämlich auch. Ha.)

  16. Ich hoffe es ist ok für Sie, wenn ich mich in meinem Blog auf Ihren Artikel beziehe und daraus auszugsweise zitiere. Wenn nicht teilen Sie mir doch diese kurz mit. Herzlichen Dank

  17. Lieber Schoschi,
    ich finde deinen Beitrag hier uneingeschränkt treffend. Ich wundere mich immer wieder über diese militante Homöopathiefeindlichkeit. Gerade in der Skeptikerszene sind einige regelrecht besessen vom Kampf gegen die Zuckerkügelchen.Ich frage mich immer wieder woher das kommt, zumal die meisten ” Hater” noch nicht einmal über rudimentäre Kenntnisse der Medizin verfügen. Ich praktiziere rein medizinisch und habe noch nie ” tödliche” Behandlungen von homöopathisch praktizierenden Kollegen ” übernommen”. Meist ist die Vorgehensweise umgekehrt. Medizinisch austherapierte Patienten suchen eher homöopathische Hilfe. Ich sehe nichts verwerfliches daran diesen Menschen auch andere Therapieverfahren zugänglich zu machen und ich muss ” leider” zugeben, dass der eine oder andere Patient bei diesen Kollegen auch besser aufgehoben war. Also was ist das Problem? Dass den Patienten nicht gesagt wird, dass alles nur eine Placebowirkung ist? Dann wär’s einfach kein Placebo mehr, liebe Freunde! Dass schwerkranke Menschen sich nur auf homöopathische Behandlungen einlassen, ist meinen Erfahrungen nach extrem selten. Solche Einzelfälle werden in den Medien dann selbstverständlich ausgeschlachtet. Konsequenterweise sollten die Skeptiker dann einfach akzeptieren, dass spektakuläre Fälle beider Seiten einfach nur persönliche Anekdoten sind, die schlichtweg nichts beweisen.

      1. Ja, tatsächlich.

        Selbstverständlich wird niemand beim Geben eines Placebos sagen, dass es ja nur ein Placebo sei. Damit würde man ja ausdrücken, dass das Mittel in Wahrheit unwirksam ist, und damit verschwände auch der suggestive Effekt. Das ist doch nicht so schwer zu verstehen.

        Mögen Sie sich Ihren Kommentar noch einmal überlegen?

    1. Ich habe kein problem mit anderen die zuckerkügelchen essen und sich danach wohler fuehlen. Nicht ok finde ich aber das ich diese art der behandlung mit meinen kassenbeitraegen mitfinanzieren muss, obwohl es keinen nachweis fuer die wirksamkeit von globuli gibt. Ich finde das skandalös denn jeder pillenhersteller muss beweisen das seine präparate eine wirkung beim patienten erzielen, nur bei globulis muss man das nicht. Bezahlt wird trotzdem. Wie gesagt, wer das will soll sich die zuckerkugeln gerne selbst finanzieren nur lasst andere damit bitte in ruhe.

      1. Das sagten Sie bereits in einem Kommentar weiter oben, auf den ich schon reagiert habe.

        Es ist richtig, dass die Wirksamkeit eines Medikamentes generell nachgewiesen werden muss. Die »Pillenhersteller« nehmen es damit aber auch nicht allzu genau. Da wird getrickst und geschoben und gemogelt, wie es die Gesetze gerade noch zulassen.

        Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Der Grippe-Wirkstoff Oseltamivir (Tamiflu), der vor einigen Jahren mit großem Tam-Tam gegen die Vogelgrippe auf den Markt gezwungen wurde, und dessen Entwicklung und Vermarktung sich der Hersteller vom Staat für Milliarden Euro hat finanzieren lassen, ist, realistisch betrachtet, nahezu unwirksam. Im Durchschnitt verkürzt dieses sehr teure Medikament die Dauer der Krankheit um einen ganzen Tag. Hier gibt es Lesestoff dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Oseltamivir#Kritik

        Das ist nur eines von etlichen Beispielen. Sie haben offenbar keine Ahnung, wie viele Dinge Sie mit Ihren Kassenbeiträgen und Steuergeldern mitfinanzieren, die weder Ihnen noch den meisten Anderen irgendetwas nützen. Homöopathie mag dazugehören (je nachdem, wie man dazu steht), aber zu glauben, dass Homöopathie da eine besonders große Rolle spielt, ist, tut mir leid, reichlich naiv.

  18. “Bin ich selbst Homöopathie-Gegner? Sagen wir, ich bin Agnostiker. Ich bin neutral. Weder befürworte ich sie ausdrücklich, noch bekämpfe ich sie. Ich sehe mir das Ganze sozusagen entspannt von der Seite an. Ich bin der lachende Dritte.”

    Ein ziemlich wehleidiger, inkonsistenter und unentspannter Sermon dafür, dass Sie sich als neutral und “lachender Dritter” sehen.

    “Das heisst: nicht die Krankheit (definiert über einzelne Negativsymptome) wird behandelt, sondern der gesamte Mensch.”

    Oh contraire! In der Homöopathie werden, anders als in der konventionellen Medizin, ausschließlich Symptome behandelt. Hahnemann hat sich für spezifische Ursachen nicht die Bohne interessiert. Lesen Sie doch mal im Organon nach!
    Ganzheitlich bedeutet im homöopathischen Dunstkreis eigentlich nur, dass detailliertes Wissen fehlt oder gänzlich ignoriert wird.

  19. “Hass und Verachtung”. So, so. Ich persönlich erlebe das eigentlich eher anders herum. Wer die Homöopathie in Frage stellt (nicht die Anwender!), wird recht schnell als Ketzer hingestellt oder als Ahnungsloser, der sich nicht genug damit befasst hat. Methodische Kritik wird weder bei Patienten noch bei Behandlern gern gesehen. Ist man gar so dreist, ruhig und sachlich auf die mittlerweile guten Studienlagen oder medizinischen Fakten hinzuweisen, geht das Ganze dann schnell in persönliche Beleidigungen über.

    Die Homöopathie hat zu Zeiten ihrer Entdeckung (also vor ca. 200 Jahren) durchaus ihre Berechtigung gehabt. Alldings muß man das im Kontext der Zeit betrachten. Damals hat man essentielle medizinisch/biologische Kenntnisse schlicht noch nicht gehabt, die heute jeder Grundschüler vermittelt bekommt. Man kannte keine Viren oder Bakterien, Kenntnisse von den Abläufen im Körper, von der Funktionsweise des Immunsystems waren weitgehend unbekannt. Die (damals zu Recht so bezeichnete) “Schulmedizin” (Medizin alter Schule) “behandelte” Menschen damals mit Aderlässen und Quecksilber. Damals war man oft tatsächlich besser beraten, wenn man Ärzte mied und stattdessen bis zur Unkenntlichkeit verdünnte Homöopathika benutzte. Allerdings hätte man auch das machen können, was bei kleinen Bagatellerkrankungen auch heute funktioniert: Gar nichts. Der Körper bekommt den Großteil der Krankheiten (> 80%) sehr gut selbst in den Griff.

    Die von Hahnemann und anderen Anhängern seiner Lehre behaupteten Wirkmechanismen sind heute widerlegt. Das gilt sowohl für das eher esoterisch anmutende “Similie-Prinzip” als auch für die sogenannte Potenzierung. Gerade Letztere ist spannend: Es gibt in der gesamten Natur nirgends den Effekt, das etwas stärker wirkt wenn man weniger davon nimmt. Würden die Behauptungen stimmen, müssten Großteile unserer Physik/Chemie komplett umgeschrieben werden. Auch die “Ganzheitlichkeit” ist, wie weiter oben schon angesprochen, nicht gegeben. Da Homöopathen keinerlei moderne Diagnostik betreiben, können sie sich nur auf die Symptome stützen, die der Patient selbst äußert. Das ist unbestritten wichtig, aber eben nur ein Teil des Ganzen. Und ich als Patient stufe Symptome eben oft auch anders ein, als sie wirklich sind. Wir irren uns selbst oft, wenn es um unseren eigenen Körper geht. Ein großes Blutbild oder ein MRT/EKG/EEG offenbart da eben recht neutral auch die Dinge, die wir akut vielleicht nicht mal bemerken.

    Zum Abschluß: Nein, man muß die Homöopathie nicht verteufeln. Man sollte aber eben anerkennen, das sie zu großen Teilen auf längst widerlegten Annahmen fußt, die teils recht esoterisch angehaucht sind. Das ist nicht Hahnemanns Schuld, er konnte das seinerzeit nicht besser wissen (auch wenn es schon zu seiner Zeit Kritik an der Methode gab). Andererseits sollte man auch nicht den Fehler machen, die “Schulmedizin” pauschal zu verteufeln. Auch wenn es, wie in jeder internationalen Branche mit Gewinnabsicht viel Unschönes gibt, hat uns die moderne Medizin in den letzten 200 Jahren doch ziemlich viele Fortschritte gebracht, sei es im Bereich Hygiene, Krankheitsvorsorge, Impfungen, Chirurgie, Penecillin, etc.pp. Das sind Dinge, die die Homöopathie trotz zahlreicher Versuche bis heute nicht im Ansatz vorweisen kann. Darüber kann man durchaus einmal nachdenken.

    1. Danke für diesen Kommentar, der zu lediglich einer handvoll gehört, die hier Substantielles geliefert haben. Aber kann es sein, dass Sie meinen Artikel überhaupt nicht gelesen haben? Sie wiederholen einige Punkte, die ich darin schon angesprochen habe, z.B. zur Potenzierung.

      Auch habe zumindest ich an keiner Stelle die »Schulmedizin« verteufelt. Ich könnte auch jemanden, der dies tut, nicht sehr ernst nehmen.

      Sofern die Bemerkung »Darüber kann man durchaus einmal nachdenken.« an mich gerichtet war, kann ich Ihnen versichern, dass ich über all diese Faktoren sehr viel und sehr lange nachdenke und es nach wie vor tue.

  20. Nicht zum Artikel selbst, aber zur Frage eingangs nach den Referrern: Es gibt ein Plugin namens “Counterize”, das diesen Zweck erfüllt und über den Plugin-Installer zu finden ist. Bin allerdings Selbst-Hoster und muss gestehen, dass ich mich mit wordpress.com nicht so gut auskenne, daher weiß ich nicht, wie das da mit Plugin aussieht.

  21. Hallo, ich bin selber Homöopathin, Akademikerin und durchaus sehr bodenständig. Was ich hier unbedingt mal anmerken muss, ist, dass es längst wissenschaftliche Studien gibt, die die Wirkung der Homöopathie, übrigens nach strengen wissenschaftlichen Kriterien in Gold-Standard Studien, nachweisen. Und zwar sowohl die Wirkung der Mittel ansich ( und zwar an Wasserlinsen – das sind Pflanzen, also wohl kein Placebo-Effekt zu erwarten – an der Uni Bern, Dr. Stefan Baumgartner und Koll. ) als auch die Wirkung bei der Behandlung verschiedener Krankheiten, z.B. ADHS (Dr. Heiner Frei. sh. http://www.heinerfrei.ch, eine randomisierte, doppelt-verblindete und placebo-kontrollierte Studie), oder andere chronische Krankheiten, beispielsweise an der Charité Berlin (zu finden auf der Website der Carstens-Stiftung).
    Das ist eigentlich das, was mich immer so aufregt, dass die Wirkung zwar (noch!) nicht erklärbar, aber klar nachgewiesen ist. Außerdem gibt es seit den 1990er Jahren auch längst Studien an Tieren und in vitro. Also alles auch ohne Placebo-Veradacht.
    Wen es wirklich interessiert, und wer eine echte Offenheit hat, wie der Autor hier sie sich wünscht, der eine Menge Studien von höchster Qualität finden in dem Buch “Das kann die Homöopathie” von A.Stefanovic. Hier findet man auch alle Quellenangaben und kann bei Interesse auch die Studien komplett nachlesen. Doch wer macht das schon??? Alle folgen nur dem, der am lautesten schreit…. und das sind nicht die Homöopathen, wie hier schon im Text festgestellt wurde.
    Und doch wird es so sein, dass die Menschen dorthin gehen, wo ihnen geholfen wird und zwar sinnvoll und nachhaltig und ohne weiteren Schaden anzurichten. Oder hat schon mal ein Schulmediziner einen hohen Bltutdruck mit seinen Senkern geheilt? Nein, natürlich nicht, der Blutdruck geht immer wieder hoch, sobald man das Medikament absetzt. nun, und das soll wohl so sein. denn eine ganz einfache Rechnung tut sich da auf, wenn ein Mensch mit einer Lebenserwartung von gut 80 Jahren in seinen 40ern damit beginnt und diese nicht mehr absetzen kann bis an sein Lebensende, dazu kommen dann noch die Medikamente für die Nebenwirkungen usw. Und nun stelle man sich vor, da kommt eine Heilmethode daher, die den Blutdruck dauerhaft senken kann, die Medikamente kosten ein paar Cent und die Behandlung vielleicht ein ein paar Hundert Euro. Und das wars. Ruinös für gewisse sehr lobbystarke Branchen….
    Trotzdem danke für diesen Mediator-ähnlichen Beitrag, der versucht mal diese komische Situation und diesen seltsamen Krieg tiefer zu beleuchten….

    1. Hallo Nessie,

      Sie: “dass es längst wissenschaftliche Studien gibt, die die Wirkung der Homöopathie, übrigens nach strengen wissenschaftlichen Kriterien in Gold-Standard Studien, nachweisen. Und zwar sowohl die Wirkung der Mittel ansich ( und zwar an Wasserlinsen”

      Gerade Baumgartners Arbeiten sollten von Homöopathen eigentlich heftig kritisiert werden. Es ist nun gänzlich ausgeschlossen, mit einer Pflanze ein Anamnesegespräch zu führen. Ist also die Homöopathie ein individuelles Verfahren, bei dem die Mittel genau auf “das Profil” abgestimmt werden müssen – dann ist das, was Baumgartner hier macht (allen Pflanzen einfach dasselbe Mittel geben) gar keine Homöopathie mehr.
      Weil aber der DZVHÄ berichtet, Baumgartner habe positive Effekte, wird die Vorgehensweise von Homöopathen natürlich NICHT kritisiert, sondern damit geworben.

      Tatsächlich widersprechen Baumgartners Ergebnisse der Homöopathie sogar explizit: Die Pflänzchen erholen sich z.B. keineswegs immer unter dem Simile am besten – ein Fakt, den Baumgartner in seiner Arbeit nicht diskutiert. Auch erholen sich die Pflänzchen keineswegs mit steigender Potenz besser – eine klare Behauptung der Homöopathie. Diskussion? Fehlanzeige!

      Vor allem aber: Baumgartner kann die Ergebnisse nicht reproduzieren. Er selbst schreibt in einer Arbeit von 2013: Reproducibility of basic research investigations in homeopathy is challenging. This study investigated if formerly observed effects of homeopathically potentised gibberellic acid (GA3) on growth of duckweed (Lemna gibba L.) were reproducible. (…) Only in the third series with gibbous L. gibba L. we observed a significant effect (p = 0.009, F-test) of the homeopathic treatment. However, growth rate increased in contrast to the former study, and most biologically active potency levels differed.”

      Also im Klartext: Die Pflänzchen kriegen Homöopathika – und danach passiert irgendwas. Jedesmal was anderes. Belege sehen anders aus.

      Sie: “als auch die Wirkung bei der Behandlung verschiedener Krankheiten, z.B. ADHS (Dr. Heiner Frei.”

      Da muss man jetzt wissen, dass die deutsche Version der Arbeit gegenüber dem englischen Original um die entscheidenden Textstellen gekürzt ist. Man muss hier also ins englische Original sehen (auf der von Ihnen angegebenen Seite der Link im englischen Textabschnitt) und findet dort (auf Seite 7 von 10 in Figure 2) die Grafik der “Crossoverphase”, der einzigen Phase, die überhaupt einen Placebovergleich hat.

      Und diese Phase geht schief. Gründlich schief: In 3 von 4 Ästen dieser Ergebnisgrafik ergibt sich der Verlauf, den man kriegt, wenn Homöopathika Placebos sind.

      Interessant auch, dass in Zusammenhang mit dieser Studie immer wieder eine andere, nicht zu den Originalstudienergebnissen passende Ergebnisgrafik gezeigt wird. Frei muss wohl versehentlich die echte mit der erwünschten Grafik verwechselt haben…

      Sie: “oder andere chronische Krankheiten, beispielsweise an der Charité Berlin”

      Das sind die Verlaufsstudien von Claudia Witt. Erstens sind das sogenannte “Add-On-Studien”, also Studien, bei denen die Patienten auf alle erdenkliche Weise therapiert wurden, zweitens haben sie keine Placebovergleichsgruppe. Sie können aus beiden Gründen allein wegen ihres Studiendesigns keine Wirksamkeit der Kügelchen belegen. Es sagt viel über die Homöopathie aus, dass sie dem Patienten dennoch so beschrieben werden.

      Ich persönlich bin der Meinung, dass man Studienergebnisse auch korrekt zitieren sollte, wenn man sie als Argument in einer Diskussion einsetzen möchte. Entweder zitiert man korrekt – oder gar nicht. Alles andere ist nicht ehrlich.

      ————————
      Noch etwas Grundsätzliches:

      Schoschie schreibt hier lang und breit in seinem Artikel, wie böse oder doch zumindest engstirnig doch die “Gegner” seien, wenn sie die Homöopathie in wissenschaftlichen Studien untersuchen wollen – was ja angeblich gar nicht ginge.

      Kaum zeigen aber Studien positive Ergebnisse, sind Studien gut und dienen der Werbung für die Homöopathie.
      Homöopathen gönnen sich hier also eine “Win-Win”-Situation: Kommt bei einer Arbeit etwas positives heraus, dann rufen alle “hurra”! – Kommt nichts heraus, rufen alle “kann ja gar nicht gehen”.
      So etwas ist keine Forschung (denn “funktioniert nicht” KANN so ja gar nicht herauskommen), sondern Werbung.

      Bei echter Forschung stellt man die Frage “ob” etwas besser ist als Placebos. Dann ist “nein” ein gültiges Ergebnis. Man darf Studien nicht nur dann nicht akzeptieren, wenn sie ein “nein” als Ergebnis liefern. Das ist unehrlich.

      Zur Aussage, Homöopathie könne man mit Studien eh nicht gerecht werden, weil sie dem Wesen der Homöopathie nicht gerecht würden, würde ich gerne Claudia Witt zitieren.

      Claudia Witt ist Autorin der oben erwähnten Charité-Studien, war bis vor kurzem von der Carstens-Stiftung bezahlte Professorin für Komplementärmedizin an der Charité und dürfte entsprechend unverdächtig sein, zu den bösen “Gegnern” zu gehören.

      Sie schreibt zu dieser Frage:

      “Braucht man für die Homöopathie besondere Studiendesigns?
      Es bedarf keiner neuen Studiendesigns. (…)
      Kann man die Homöopathie in placebo ” kontrollierten Studien erforschen?
      Wenn es um die alleinige Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel geht, kann man diese selbstverständlich in randomisierten placebo ” kontrollierten Studien untersuchen. Selbst die Form der ausführlichen Anamnese und Auswahl der individuellen Arznei lässt sich in diesen Studiendesign berücksichtigen, was auch schon mehrfach gemacht wurde. In diesem Fall erhalten Patienten beider Gruppen die Anamnese und der homöopathische Arzt sucht die passende Arznei aus. Die Apotheke schickt dann entweder die Arznei oder Placebo an den Patienten. Arzt und Patient wissen beide nicht, wer was bekommt.”

      Und dennoch schreibt sie an anderer Stelle zum Ergebnis: “Demzufolge spielt die Wirkung der homöopathischen Medikamente nur eine geringe Rolle. Ich denke, dass insbesondere die individuelle und umfassende Art der Behandlung relevant für den Behandlungserfolg ist.”

      Und zu guter letzt: Vielleicht könnte man wenisgtens akzeptieren, dass Kritiker (“Gegner” ist so ein Kampfausdruck.) der Homöopathie nicht mehr möchten, als genau aus diesem Ergebnis die Konsequenzen ziehen: Nicht länger die Homöopathika verklären, sondern akzeptieren, dass es die Atmosphäre der Behandlung ist, das Gespräch, das Vertrauen, das positive Image,…

      Was Kritiker wollen, das ist dieses ausführliche Gespräch in die Medizin zurückholen. Und dem Patienten die Faktenlage zu den Homöopathika ehrlich mitteilen: Wenn die mehr als Placebos sein sollen, dann mus sehr viel von dem, was wir tagtäglich an Wissen im Alltag benutzen komplett falsch sein.

      1. Das war ein sehr interessanter und bereichender Kommentar; vielen Dank dafür.

        Was die »Win-Win«-Situation betrifft in dem Abschnitt nach den Strichen: natürlich wäre es unehrlich von Seiten der Befürworter, positive Studienergebnisse zu zeigen und Negative zu unterdrücken. Genau dasselbe ist jedoch andersherum ebenso der Fall. Wenn Kritiker ausschließlich negative Ergebnisse zitieren und Positive verschweigen, dann ist das ebensowenig ehrlich.

        Ihr letzter Satz ist mit Abstand am interessantesten: »Wenn die [Homöopathika] mehr als Placebos sein sollen, dann mus[s] sehr viel von dem, was wir tagtäglich an Wissen im Alltag benutzen[,] komplett falsch sein.« — ganz genauso ist es. Und das ist der entscheidende Punkt: ich halte mir die Möglichkeit offen, dass wir tatsächlich etwas sehr Fundamentales nicht vollständig verstanden oder übersehen haben könnten. Natürlich ist das ziemlich unwahrscheinlich, aber ich schließe es nicht kategorisch aus. Ich würde auch behaupten, dass es nicht wissenschaftlich wäre, dies zu tun, denn das würde unterstellen, dass wir bereits alles wissen. Jeder aufrichtige Wissenschaftler ist sich bewusst, dass dem nicht so ist. Die Wissenschaft hat nicht alle Antworten. Die Wissenschaft hat Modelle, die die bekannten Phänomene besser erklären können als andere Modelle. Das ist nicht gleichzusetzen mit einer Kenntnis der absoluten Wahrheit. Dies wird aber bezeichnenderweise gerade von Personen, die sich für wissenschaftlich denkend halten, sehr häufig getan.

  22. Wenn etwas geschieht, das der Homöopath gerne der Homöopathie zuschreiben würde, dann schreibt er das Geschehene der Homöopathie zu. So funktioniert Homöopathie. Es ist eine rituelle Handlung, man nimmt einen Talisman in Form von zu Kugeln geformtem Zucker zu sich. Somit gestehe ich der Homöopathie einen einzigen der behaupteten Wirkweisen zu: Sie aktiviert Selbstheilungskräfte. Aber nicht durch den “Geist des Wassers”, sondern durch den menschlichen Geist. Ein Synonym dafür, oder besser gesagt der richtige und ehrliche Begriff dafür heisst Placebo.
    Würden Homöopathen endlich davon abkommen, ihrem Zucker über den Placeboeffekt ninausreichende magische Kräfte beizumessen, könnten sie einen wichtigen Beitrag zur Placeboforschung und somit zur tatsächlichen Medizin leisten. Das liegt aber nicht in deren Interesse, da sie einfach zu gut mit Homöopathie verdienen.

    1. als ausgebildeter Tierheilpraktiker für Pferde ATM verstehe ich nicht wieso immer noch auf der Placeboschiene rumgeritten wird.
      Das kann ja wohl Niemand im Zusammenhang mit der Behandlung von Tieren als Hauptargument bringen.
      Auch wenn ich nicht der größte Fan der H. bin (das hat aber mehr praktische Gründe, Akupunktur wirkt oft sofort unmittelbar, dafür kann es bei der H. etwas dauern ) gleichwohl kann man mit der richtigen Mittelwahl oft nachhaltiger Erfolge erzielen.
      Zum Thema für und gegen :
      Als verantwortungsvoller Therapeut ist der Tierarzt kein Feind oder Konkurrent sondern meist der 1. Behandler am Tier und bei vielen akuten und schweren Erkrankungen auch alternativlos.
      In der Ausbildung wurde sehr viel Wert auf differenzierte Anamnese gelegt das heißt man weiß sehr genau wann der Veterinär unbedingt hinzugezogen werden muss und wann Alternativen möglich sind.
      Abgesehen davon kann man auch dann in der begleitenden Schmerztherapie oder der Konvaliszenz nach op oder schweren Krankheiten sehr gut unterstützen.
      Fazit: Ich bin weit davon entfernt Esotherikfan zu sein oder aus dem Kaffeesatz zu lesen. Es gab und gibt immer wieder Fehler bei der Behandlung von Mensch und Tier aber auf beiden Seiten – medial ausgeschlachtet bis zum Abwinken.
      Wenn eine Erkrankung vorliegt hat man ein Problem und möchte dass es gelöst wird. Es sollte Jedem überlassen sein selbst zu entscheiden wie.
      P.S. zu den Studien und Beweisen :
      Gute Therapeuten leben nur von Wiederholbarkeit, das heisst – meint Irgendjemand dass Einer lange praktiziert wenn es sowieso Niemandem hilft? Das Gesundheitswesen ist ja leider betriebswirtschaftlich aufgestellt und nicht nach der besten Therapie
      Glücklicherweise gibt es immer mehr Mediziner die zusätzlich auch alternative LÖSUNGEN anbieten und damit beide Varianten sinnvoll ergänzen zum Wohl der Patienten.
      übrigens war ich noch nie im Leben beim Augenarzt und der wird ja auch bin meinen Beiträgen finanziert 😎 in diesem Sinne
      Wolf von Rabenstein

  23. Wieso der Proxy-Placebo-Effekt besoders bei Pferden wirkt, ist an anderer Stelle bereits ausreichend diskutiert.
    “… man weiß sehr genau wann der Veterinär unbedingt hinzugezogen werden muss” Lass mich raten … Bei Krankheitsbildern, die bei denen nicht von einer Selbstheilung ausgegangen werden kann?

  24. In Sachen Placeboeffekt möchte ich gerne ein Erlebnis in Kurzform zum besten geben.
    Vor einigen Jahren erlitt eine meiner Maine Coon (Katze) einen Darmverschluss und wurde dementsprechend auch operiert. Kaum wieder zu Hause behielt sie, trotz sorgfältiger Fütterung nach Anweisung, wieder nichts bei sich. Wieder ab zum Tierarzt. Danach: Gleiches Spiel. Diesmal ging es in eine Tierklinik.
    Letztlich war die arme Maus nur noch Haut und Knochen und in meiner Verzweiflung wandte ich mich an eine THP.
    “Shawnee” (Katze) bekam als letzten Versuch ein homöopathisches Mittel in Hochpotenz – und nach einigen Stunden fing sie an wieder nach und nach Flüssigkeit bei sich zu behalten! Vorher keine Chance!
    Mein Cooniemädl wurde wieder komplett gesund.
    Nein, beim besten Willen kann ich nicht glauben, dass hier eine Placebowirkung zum tragen kam. Im Gegenteil bewies mir dieses Erlebnis was ein richtig gewähltes Mittel bewirken kann. Da sind mir offen gestanden, Studien jetzt so ziemlich schnuppe. 😉 Zumal es nicht das erste mal wäre, dass die Wissenschaft hinterher hinkt oder sich sogar revidieren muss.
    Und sonst: Lasst doch bitte jeden so handeln wie er es möchte. Mit aller Gewalt missionieren um andre davon abzuhalten in ihr “Unglück” zu rennen … Na ja …. Mich erinnert das immer so ein bißchen an Machtgehabe (ich hab recht – nein ich! Neeiin ….)
    My 2 Cents.:)

    1. Total schön für Deine Katze! Habe auch Katzen und weiß, wie sehr man sich freut, wenn sie es doch wieder packen. Kam Dir nie in den Sinn, dass diese Heilung eine verzögerte Folge der erfolgreichen OP gewesen sein könnte? Nie den Gedanken daran gehabt?

      Gegen subjektive Erfahrungsberichte Einzelner ist die Wissenschaft machtlos. War immer so und wird immer so bleiben und davon leben Heilpraktiker, Homöopathen, Geistheiler, Schamanen, Wünschelrutengänger, Hexen … mehr fällt mir grad nicht ein, die Liste kann beliebig fortgeführt werden.

      1. Das ist ja lustig, dass die Wissenschaft gegen subjektive Erfahrungsberichte Einzelner machtlos ist. Ich frage mich, wie denn wohl der Effekt schulmedizinischer Therapien gemessen wird. Etwa nicht (auch) aufgrund subjektiver Erfahrungsberichte Einzelner? Wenn in einer Doppelblindstudie ein neues Medikament erprobt wird und ein Proband gefragt wird, wie er sich nach der Therapie fühlt, ist das dann etwa nicht ein subjektiver Erfahrungsbericht eines Einzelnen? Klar, bei einem mechanischen Trauma muss man sich nicht auf subjektive Berichte verlassen. Man kann ein Röntgenbild anfertigen und sehen, dass der Knochen wieder zusammengewachsen ist. Wie sieht es jedoch bei psychischen oder psychosomatischen Leiden aus?

        Pharmazeutische Produzenten leben davon, dass Millionen Käufer von Antidepressiva subjektiv einen Effekt durch die Einnahme dieser Medikamente spüren. Diesen Effekt kann man nicht technisch messen. Es sind nur subjektive Anekdoten, nach obiger Argumentation also Schwachsinn. Dennoch werden mit Psychopharmaka Milliarden verdient. Wer ist hier der Quacksalber?

        Kam Dir, Bettina, schon mal total schön in den Sinn, dass auch in der nicht-homöopatischen Medizin subjektive Eindrücke eine sehr große Rolle spielen? Nie den Gedanken daran gehabt? Glaubst Du allen Ernstes, dass nicht-homöopathische Therapien frei sind von Placeboeffekten? Nein? Gut. Warum machst Du dann eine solch absurde Abgrenzung, die impliziert, dass nicht-homöopathische Therapie 100% objektiv wirkt, und alles andere esoterischer Blödsinn ist? Das ist in meinen Augen hochgradig naiv.

        1. So lustig ist es nicht, dass die Wissenschaft hier machtlos ist. Nicht vergessen, hier gibts ausschließlich nur den subjektiven Erfahrungsbericht. Dieser ist nicht untermauert durch wissenschaftliche Studien, sondern beruht einzig und alleine auf dem Glauben. Der Glaube gehört in die Kirche.

          In der Medizin zählt der subjektive Erfahrungsbericht, diverse wissenschaftliche Studien bestätigen ihn. Dies ist Tatsache und hierzu braucht man wirklich weiter keine Worte zu verlieren.

          Dass Antidepressiva in Neurotransmittersysteme eingreifen, muss hier nicht im Ernst diskutiert werden, oder doch? Dass die Medikamente viele Testdurchläufe haben, ist Dir vielleicht bekannt?
          Wo sind die Wirkstudien zur Homöopatie, die tatsächlich und unangreiflich beweisen, dass Wirkstoff im geschüttelten Dingens enthalten ist?

          Sag mal, kann man Dir eine Frage stellen, die Du ehrlich und freundlich und ohne verbal um Dich zu schlagen beantworten würdest? ich versuchs mal: Du kommst hier im Blog als vermeintlich seriöser und deeskalierender Schreiber daher. Oben noch ein paar Floskeln, wie schlecht doch die Welt heutzutage ist, dass man nur noch von Hasskommentaren umgeben ist, die arme Homöopathie nur niedergemacht wird, Du der ganz neutrale Beobachter bist, der über allem steht. Nein nein, Du bist weder für die Homöopathie, Du bist auch nicht dagegen. Neutral eben.

          Was zeigt die Realität? Kaum äußert sich jemand sachlich und wissenschaftlich fundiert kritisch der Homöopathie gegenüber, fegst Du wie ein Derwisch hinterher, beleidigst, belehrst und machst ganz genau das, was Du den angeblichen Homöopathie-Hatern oben so vollmundig vorwirfst und unterstellst. Deine Wortwahl lässt auch zu wünschen übrig.

          Was reitet Dich? Schaffst Du es nicht, Dich höflich und ohne große Emotionen auszutauschen? Was bezweckst Du mit diesem Beitrag oben?

          Schon mal überlegt, dass Dir vollkommen misslungen ist, was Du anscheinend vorhattest?
          Kam Dir schon mal in den Sinn, dass Du naiv bist und nicht all die unwissenden anderen?
          Kam Dir schon mal in den Sinn, dass Du überhaupt keine Ahnung hast, davon aber viel?

          Sorry, wenn meine Fragen unfreundlich rüberkommen, ich weiß sie nicht “sanfter” zu verpacken.

          1. Hallo Bettina,
            ich kann Schoschies Antworten gut nachvollziehen. Man wird in die Rolle des “Teufel Verteidigers” (sagt man das so auf Deutsch?) gedrängt, wenn man zwar nicht unbedingt für eine Sache steht, aber auch nicht dagegen. Ich habe relativ früh kommentiert und deshalb alle folgende Meldungen bekommen. Ich finde, dass der Ton sehr oft herablassend war.
            Ich habe schon oben erzählt, dass ich kein großer Fan von der Homöopathie bin – zumindest nicht von den Kügelchen. Allerdings tuen die Anweisungen von dem Homöopath meines Mannes ihm sehr gut. Die Kügelchen sind für mich das kleinste Teil. Für eine Ablehnerin habe ich trotzdem oft mit Homöopathen zu tun gehabt. Oft müssen die Behandelten ihre Ernährung umstellen bzw. ihren Umgang mit alltäglichen Wirkstoffe wie Koffein oder Zucker. Bei meinem Mann war es z.B. der Verzicht auf Kaffee, der ihm sehr geholfen hat.
            Die Homöopathen, die wir kennen verschreiben auch Antibiotika, wenn es sein muss. Wenn etwas aber chronisch ist, finde ich das gut, dass man die Ursachen in allen Bereichen sucht. Das tun oft normale Mediziner nicht bzw. sie haben nicht die Zeit dafür. Ich finde nicht, dass es dann mit Hexerei gleichgesetzt werden soll, sondern doch eine Daseinsberechtigung hat.
            Die Einwände gegen die Kügelchen und die Industrie dahinter kann ich nachvollziehen. Ich sehe das Problem aber überall wo es um Geschäfte geht – also auch bei der Pharmaindustrie. Für mich haben beide ihre Schattenseite. Ich möchte die Errungenschaften der Schulmedizin nicht missen. Gleichzeitig finde ich es gut, wenn man auf die vermeintlich kleinen Dingen schaut, die auch ihre Wirkung haben. Es gibt sicher Studien über die Langzeitwirkungen von Sachen wie Kaffee, aber es fragt trotzdem kaum ein Arzt danach. Wenn die Medizin so stark unter Druck gesetzt wird wirtschaftlich zu werden, hat auch kein Arzt Zeit dafür – dafür braucht man wiederrum die “alternative” Überzeugung, weil man die Zeit nicht so gut bezahlt bekommt.
            Ich hoffe, dass das einigermaßen verständlich war. Ich bin nicht so wortgewandt.
            Peace.
            Angela Clinkscales

          2. Ich ignoriere die unteren zwei Drittel des Kommentars, da wir für solches Gekindere, glaube ich, beide ein wenig zu alt sind.

            »Dass Antidepressiva in Neurotransmittersysteme eingreifen« ist bekannt, richtig. Allerdings ist nicht bekannt, was dabei Ursache und was Wirkung ist. Bei einer Depression kann man zum Beispiel eine verringerte Aktivität des Serotonin/Noradrenalin/Dopamin-Systems feststellen. Die übliche psychiatrische Interpretation ist, dass die Depression das Resultat dieser verringerten Aktivität auf der neurochemischen Ebene ist. Das ist so allerdings nicht schlüssig, denn durch welchen Mechanismus wurde dann diese Aktivität verringert? Ist sie möglicherweise nicht Ursache, sondern Folge des depressiven Zustands? Setzt man nun Antidepressiva ein, so kann man eine wieder erhöhte Aktivität der Neurotransmitter feststellen. Die Schlussfolgerung ist dann: das AD hat die Neurotransmitter-Aktivität gesteigert, woraufhin die Symptome der Depression zurückgehen. Auch das ist nicht die einzig mögliche Interpretation. Es ist genauso gut möglich, anzunehmen, dass eine Placebowirkung durch die Einnahme eines AD zu einer Linderung der Symptome geführt hat, die sich in Folge als erhöhte Aktivität des Neurotransmittersystems messen lässt.

            »Dass die Medikamente viele Testdurchläufe haben« — und das belegt was genau? Wenn ein Medikament in jedem Durchlauf reproduzierbar eine Wirkung zeigt, kann diese Wirkung dennoch jedes Mal auf Suggestion (Placebo) basieren.

  25. Homöopathie, das Wort klingt nach Geborgenheit, einem Leben im Einklang mit der Natur. Man spürt die Sonne auf der Haut, riecht den Duft der Blumenwiesen, sieht Bilder von schönen Menschen und glücklichen Kindern. Wenn das Kind krank wird, schlägt Mutti ihren “Ratgeber Homöopathie für Kinder” auf und wählt das passende Fläschchen aus der Serie “Homöopathie für Kinder”, das ihr die hilfsbereite Frau in der Apotheke verkauft hat…

    Das ist die Werbung. Das ist, was junge Mütter als sinnvoll verkauft bekommen. Dahin geht der Trend.

    Schon die Hebamme legt der werdenden Mutter ein Zucker Kügelchen in den Mund (oder den Gebaehrmutterhals) und siehe da: das Baby kommt auf die Welt… Wie gut das Kügelchen das geregelt hat… Das Kügelchen wird der Hebamme meistens kostenlos von einem Hersteller zur Verfügung gestellt, der das Beste für Mutter und Kind will.

    Auch die ersten Zähnchen kommen von Globuli (auch zuckerfrei) oder Tröpfchen begleitet ans Tageslicht.
    Da steht so etwas aehnliches wie Kamille drauf und man kauft es in der Apotheke…

    Ein blauer Fleck heilt heute nicht mehr von allein. Wer sein Kind liebt, gibt ihm gleich ein suesses Kügelchen. Da steht so etwas Aehnliches wie Arnika drauf und man kauft es in der Apotheke…

    Und so wird aus dem Kind ein Patient. Der mit Mitteln an gefüttert wird, die keine Wirkstoffe in pharmakologisch wirksamer Menge enthalten. Und Mutti sieht, wie das wirkt. Ob das auch ohne gegangen wäre? Keine Ahnung… Aber da es keine Nebenwirkungen hat und man es in der Apotheke kauft, kann es ja nur gut sein. Ja?

    Dann aber auch keine Schularbeit mehr ohne!

    Impfen? Kann man mittlerweile auch schon homöopathisch. Antibiotika? Bloß nicht! So ein geplatztes Trommelfell kann so schlimm nicht sein. Ueberstandene Infektionskrankheiten stärken das Immunsystem.

    Ich gebe Ihnen Recht: Homöopathie ist Wahnsinn.

      1. Ich persönlich finde die Darstellung sehr treffend gewählt, die Botschaft eindeutig. Was stört Sie? Das Sie nicht auf alles eine Antwort haben? Wenn doch, zeigen Sie sie. Es geht um einen sachlichen Austausch, ich merke, dass Sie können, wenn Sie wollen. Nur warum wollen Sie nicht?

        1. So können Sie jemanden herausfordern, der entweder ein bisschen dumm ist, oder höchstens etwa 15 Jahre alt. Hat leider nicht geklappt! Los, noch ein Versuch, ich bin sehr amüsiert 🙂

  26. Ach komm, Schoschie, Du hast doch Zeit ohne Ende. Gib Dir einen Ruck und gehe auf die Einwände ein. Zeig uns, dass Du es drauf hast. Mich interessieren Deine Ideen und Gedankengänge zum Beitrag von Susanne wirklich. Du willst doch nicht auf Dir sitzen lassen, dass Du dem nichts entgegenzuhalten hast? 😉

  27. Ok, Schoschie, reden wir mal tacheles auf gegenseitiger höflicher und respektvoller Basis. Ich mache das schon etwas länger, daher bin ich Reaktionen wie Ihre gewöhnt. Erklären Sie mir, was soll das? Erst einmal: Ich begrüße es, dass Sie sich Gedanken machen. Das sollte jeder tun, unabhängig davon, ob das Ergebnis nun anderen passt oder nicht. Viele Homöopathen weigern sich beharrlich, genau das zu tun. Da sind Sie denen einen deutlichen Schritt voraus, auch wenn ich Ihre Ansichten nicht teile, aber das ist für eine Diskussion auch nicht Voraussetzung. Und bevor ich mir wieder einen Rüffel einfange: Ja, auch in der Medizin geht nicht alles mit rechten Dingen zu und gehört beanstandet, da sind wir denke ich einer Meinung. Nur bringen Ihnen die Fehler der Medizin nicht das Geringste für die Betrachtung alternativer Verfahren. Die Probleme des einen lösen nicht die Probleme des anderen, sondern lenken nur ab.
    Aber warum sollten Sie der Homöopathie gegenüber neutral sein, wenn alles, wirklich alles dagegenspricht? Wenn keine der Erklärungen passt und sämtliche Studien sagen: Da ist nichts! Wozu dann noch Neutralität? Neutralität bei was? Bei belegtem Wissen? Wenn das, was die Homöopathen behaupten tatsächlich stimmen würde würde alles, was Sie umgibt und auf der wissenschaftlichen Methodik zum Erkenntnisgewinn beruht (also alles) einzig und allein aus purem Zufall funktionieren! Glauben Sie das wirklich? Denn genau mit dieser sich selbst bestätigenden Methodik wurde auch die Homöopathie untersucht. Wenn nicht, wie können Sie dann von Neutralität sprechen? Um es allen Recht zu machen? Um sich vor einer eventuell falschen Meinung zu schützen? Wenn jemand kommt und behauptet: Die Erde ist eine Scheibe! Verhalten Sie sich dann neutral und sagen: Das kann sein oder auch nicht, da halte ich mich für jede Möglichkeit offen?
    Warum unterstellen Sie Kritikern, Sie würden schreien und alle Homöopathen hassen? Kommt irgendwo eine Kritik an Ihren Aussagen holen Sie verbal aus und schlagen zu, und das mit einer Polemik, die sich gewaschen hat. Sie präsentieren genau das, was Sie den Kritikern vorwerfen, Schreierei. Fällt Ihnen das wirklich nicht selber auf? Es tut mir leid, ich verstehe es nicht. Es wirkt auf mich beinahe wie eine Trotzreaktion.
    Wenn Sie denken, die Ergebnisse wären nicht eindeutig, sagen Sie wo und wir schauen uns diese Ergebnisse an, aber hören Sie doch um Himmels Willen auf den Leuten, die nicht Ihrer Meinung sind, Hass vorzuwerfen! Wo soll man denn dabei noch objektive Auseinandersetzung mit der Thematik sehen?
    Ich würde mich über eine sachliche, aggressionsfreie Antwort freuen, doch irgendwie rechne ich schon wieder mit einem Tritt in die Eier.
    Herzliche Grüße

    1. Ich würde mich auch über aggressionsfreie Kommentare freuen. Die Sache ist: man kann Aggression offen zeigen, oder man kann sie verstecken, zum Beispiel hinter Überheblichkeit.

      Mir ist sehr bewusst, wann ich verbal aushole. Das ist hier ist mein Blog, und wenn mich ein Kommentar ärgert, z.B. da er mich mittelbar oder unmittelbar beleidigt, dann werde ich auch mal aggressiv. Viele Kommentare hier sind hochgradig polemisch und noch dazu gehässig. Muss ich mich etwa dafür rechtfertigen, wenn ich ebenso polemisch und gehässig auf solche Kommentare reagiere?

      Wenn jemand in einem Kommentar sachlich schreibt, dass er mit bestimmten in meinem Artikel oder von anderen Kommentatoren dargestellten Auffassungen nicht übereinstimmt, und dafür ggf. noch Argumente einbringt, dann begrüße ich das und lerne wahrscheinlich noch etwas dabei. Das trifft auf viele Kommentare hier jedoch nicht zu. Diese kommen nicht ohne hämische/verächtliche/sarkastische Seitenhiebe aus; typischerweise, indem sie die Vertreter dieser Meinungen als ungebildet/leichtgläubig/verwirrt/geistesgestört darstellen, sei dies nun explizit oder nur angedeutet. Ich könnte solche Anspielungen einfach ignorieren, aber ich finde es interessanter, sie zu entlarven, denn mir scheint, dass diese Kommentatoren oft selber gar nicht merken, welche Verachtung sie zum Ausdruck bringen. Diese Kommentatoren diskreditieren sich in meinen Augen eigentlich selbst, aber ich mache dies ganz gerne noch einmal deutlich.

      Ich werfe niemandem Hass vor, der nicht meiner Meinung ist. Hass werfe ich Personen vor, die Hass einsetzen (in Form von Häme, Verachtung, Sarkasmus), um diejenigen lächerlich zu machen, die nicht ihrer Meinung sind. Erkennen Sie den feinen Unterschied? Das ist auch der eigentliche Inhalt meines Artikels – gar nicht so sehr die Frage, ob Homöopathie ein Irrglaube ist oder ein ernstzunehmendes Konzept (das weiss ich nämlich selbst nicht). Statt Homöopathie hätte ich auch ein anderes, ebenso kontroverses Thema nehmen können.

      Da dieser Punkt wiederholt untergeht: ich habe keinen blassen Schimmer, ob Homöopathie funktioniert. Es mag durchaus eine Kuriosität aus vergangenen Zeiten sein, und jeglicher Effekt mag auf Autosuggestion (Placebo) basieren. Doch selbst, wenn es so ist: Auch eine Placebowirkung ist eine Wirkung. Wenn es nicht so ist, und der Homöopathie liegt ein Phänomen zugrunde, das wir noch nicht verstehen, dann haben wir die Chance auf neue Erkenntnisse.

      Um den eigentlichen Ausgangspunkt meines Artikels hier noch einmal zu wiederholen: was immer auch die Wahrheit ist – ich begreife den Eifer von Homöopathiekritikern nicht. Es steht ihnen völlig zu, die Homöopathie als unwissenschaftlichen Irrglauben zu betrachten, aber warum müssen sie missionieren? Welches Unheil glauben Sie von der Welt fernzuhalten, indem Sie diesen Kampf kämpfen? Was ist Ihre Motivation? Ich frage das ganz ernsthaft.

      Zum recht kindischen Vergleich mit der scheibenförmigen Erde: es gibt Methoden, um zweifelsfrei und objektiv festzustellen, dass die Erde keine Scheibe ist, sondern ein Sphäroid. Nennen Sie mir bitte eine Methode, um zweifelsfrei und objektiv festzustellen, dass ein homöopathisches Präparat nicht tatsächlich eine Wirkung hat. Das pauschale Wegerklären jeglicher Effekte mit »Placebo« ist einfach, lässt sich jedoch genauso gut auch auf nicht-homöopathische Therapien anwenden, bringt also keinen Erkenntnisgewinn.

      1. “Da dieser Punkt wiederholt untergeht: ich habe keinen blassen Schimmer, ob Homöopathie funktioniert. ” Nun sind Ihnen aber doch dutzende von leicht zu überprüfenden Punkten dargelegt wotrden, warum es so ist. Nur gehen Sie darauf nicht ein. Jedenfalls nicht auf die sachlichen
        ” Wenn es nicht so ist, und der Homöopathie liegt ein Phänomen zugrunde, das wir noch nicht verstehen, dann haben wir die Chance auf neue Erkenntnisse.” Wir wissen aber nun einmal sehr genau warum es nicht funktioniert. Wir verstehn, warum es nicht funktioniert.Ein seit 200 Jahren fehlender Wirksamkeitsnachweis spricht doch eigentlich für sich. Keine methodisch Korrekte Studie konnte eine Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus belegen. Und die Methodik, mit der wir festgestellt haben, warum sie nicht funktioniert ist die gleiche, die für all das Wissen verantwortlich ist, dass Sie täglich umgibt und welches Sie benutzen, egal was es ist. Sollten die Homöopathen mit ihren Aussagen recht haben, was sich in einem deutlichen Wirksamkeritsnachweis widerspiegeln müsste würde alles um Sie herum nur aus purem Zufall funktionieren, denn dan wäre diese Methodik, die für all dieses Wissen verantwortlich ist falsch. Was ist für Sie perönlich plausibler?
        “Auch eine Placebowirkung ist eine Wirkung.” Natürlich. Nur gibt es die halt überall, in der Medizin sogar als Gratisbeigabe zu einer pharmakologischen Wirkung obendrauf. Nur hat das nichts mit der Homöopathie und deren behaupteten Aussagen zu tun. Homöopathie = Simileprinzip (widerlegt), Potenzierung (widerlegt), Arzneimitteltest (widerlegt). Wenn also die Homöopathie gerade einmal so gut wie jedes andere Scheinpräparat wirkt bedeutet das im Umkehrschluß, dass die Homöopathie selber nicht funktioniert und die Aussagen falsch sind. Simple Logik. Was funktioniert ist einzig und allein das Ritual, das Setup. Nur brauchen Sie dafür nicht den esoterischen fehlöerhaften Überbau, sondern müssen eher versuchen diesen wieder in der Medizin zu implementieren. Hätten Ärzte wieder mehr Zeit und Gehör für ihre Patienten wäre die Homöopathie in kürzester Zeit wider verschwunden. Denn das ist es, was den Menschen gut tut, nicht die Zuckerkügelchen.
        ” was immer auch die Wahrheit ist – ich begreife den Eifer von Homöopathiekritikern nicht. ”
        – Kinder die zu Pillenjunkies erzogen werden. Haben Sie als Kind für egal was eine Pille in den Mund geschoben bekommen? Nein? Warum müssen das aber die Kinder heute? Vor den Gefahren der Pharmabranche warnen und den Kindern beibringen: Egal was Du hast, es gibt eine Pille, und sei es nur Prüfungsangst oder sonstiges Unwohlsein. Das finden Sie nicht bedenklich?
        – Verschleppte sinnvolle medizinische Massnahmen. Homöopathen behaupten, alles mit Homöopathie heilen zu können, während die Studien zeigen Sie können gar nichts heilen. Sie können nur wie jede andere Therapieart einen psychologischen Effekt unterstützen. Das behaupten die Homöopathen nur nicht. Sie behaupten die Wirkung kommt von den substanzlosen Kügelchen. Statt dessen verschreiben Sie wirkungslose Zuckerkügelchen und warten ab, bis die Krankheit von selber verschwindet, was 80% aller Krankheiten ja auch tun. Googeln Sie Steve Jobs. Er starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs, den man heutzutage gerade im Anfangsstadium wunderbar behandeln kann. Nur meinte Herr Jobs, ja keine böse Pharma und lieber zum alternativen Heiler. Als er merkte, dass das nichts half und doch zu den Ärzten ging war es nur leider zu spät und der Krebs bereits fortgeschritten. Kinder, deren Mittelorhrentzündung verschleppt wird. Alles beruhend auf fehlerhaften Informationen.
        – Das Hetzen gegen die Medizin und das Vergiften des Brunnens. Der Vater einer Bekannten hatte Krebs. Er ging zu einem bekannten Homöopathen in Traunstein. Dieser behandelte ihn rein homöopathisch. Einzige Auflage: Keine pharmakologischen Mittel und keinerlei Schmerzmittel! Der Mann verreckte qualvoll homöopathisch. Warum? Weil er uninformiert war und auf die unsinnigen und widerlegten Aussagen des Homöopathen hörte. Eine Bekannte von mir bekam eine Ohreninfektion, die sich gewaschen hatte. Diese kann bis zum Verlust des Hörvermögens gehen. Sie wusste sich allerdings in besten Händen bei Ihrer Homöopathin und lehnte jegliche Art pharmakologischer Hilfsmittel ab. Nach drei Monaten und einem sehr schmerzhaften komplett zugeschwollenen Ohr war Sie überzeugt, dass ihre Homöopathin nun das richtige Mittel finden würde. Bloß keine böse Chemie.

        – Das Streben in die Universitäten. Sind Sie wirklich der Ansicht, dass wirkungslose widerlegte Jahrmarktsmedizin in die Universitäten gehört und dort mit einem akademischen Titel geadelt werden sollte, obwohl sich die Homöopathie seit 200 Jahren keinen Deut weiterentwickelt hat und sämtliche negativen Erfahrungen und Widersprüche ausblendet? Während ein Arzt ein 6 jähriges Studium hinter sich bringen muss um einen Teilbereich des menschlichen Systems zu begreifen?
        – Zusätzliche Kosten für nicht wirksame Therapien bei den Krankenkassen. Die Homöopathen behaupten gerne, ihre Therapie wäre so viel kostengünstiger als pharmakologische Mittel und Massnahmen. Das Gegenteil ist der Fall. Seit die Krankenkassen diesen Unsinn auch noch bezahlen gehen die Menschen wegen jedem Furz zum Homöopathen und jedes Anamnesegespräch wird brav abgerechnet. Nicht 42 Euro wie ein normaler Kassenpatient pro Quartal, sondern ab 80 Euro aufwärts pro Gespräch! Dort verdient man an einem Kilo Zucker 700 Euro! Und die Homöopathen verschreiben Zuckerkügelchen für Dinge, die vollkommen überflüssig sind.
        Wirken die Kügelchen dann nicht, was eben bei einigen Krankheiten, die nicht von selbst heilen passiert gehen sie irgendwann zurück zu den Ärzten und die Therapie wird dann wesentlich teurer als vorher, da die Krankheit sich verschlimmert hat.
        – Impfkritik. Aus irgendeinem Grund hat sich in der Homöopathiebranche der Trend breit gemacht, gegen Impfungen zu wettern. Die Folge sehen wir bereits jetzt, die Durchimpfungsrate sinkt und die ersten Maserntoten bzw. Poliofälle tauchen wieder auf, obwohl das Thema schon lange gegessen war. Gerne gebe ich Ihnen ein paar Internetseiten von Homöopathen, wo Sie sich selber davon überzeugen können. Gerade die Menschen, die auf Grund einer Imunschwäche nicht geimpft werden können sind auf eine hohe Durchimpfungsrate angewiesen. Statt dessen werden lieber unhaltbare Verschwörungen und Falschmeldungen über angebliche Impfschäden wie z.B. Autismus verbreitet, die längst widerlegt wurden. Im Gegenteil, man weiß z.B. mittlerweile sehr genau, dass eine Rötelninfektion in der Schwangerschaft eine Ursache für Autismus ist. Und das bizarrste an dieser ganzen Impfgeschichte: Das Einzige, was wirklich dem Simileprinzip entspricht, nämlich Impfen, wird kategorisch von den Homöopathen abgelehnt.

        Und da bleiben Sie neutral?

        Soll ich weitermachen oder reicht das fürs erste? Nun zu den Homöopathiekritikern. Das dort nicht jeder ein Engel ist ist mir auch bewusst, das ist leider in beiden Lagern so. Die einen sind besonnen, die anderen schon cholerisch. Aber was werfen Sie denn den Kritikern vor? Dass sie auf all die genannten Umstände aufmerksam machen? Dass sie sowohl unser Schul- als auch Studiensystem von Aberglauben befreien wollen? Das Sie Eltern beibringen möchten, ihre Kinder nicht zu Pillenjunkies zu erziehen? Dass sie unser Gesundheitssystem von wirkungslosem Aberglauben befreien wollen, der unnötig Geld verschlingt? Dass sie den Menschen fundierte und überprüfbare Informationen zur Verfügung stellen wollen, damit sie sich eine Meinung auf Basis der überprüfbaren Faktenlage machen können, bevor sie sich entscheiden eine evtl ernste Krankheit selber heilen zu wollen und nicht auf Basis einer gut gestrickten Werbepropaganda?
        Das es viele dieser Probleme auch in der Medizin gibt steht ausser Frage, nur rechtfertigt das immer noch keine pseudowissenschaftliche Quacksalberei.

        Niemand wird die Homöopathie abschaffen können, Menschen werden immer zum Aberglauben tendieren, das war immer schon so und wird auch immer so bleiben. Aber der Aberglaube sollte wenigstens für diejenigen, die nicht wissen dass es sich um eine reine esoterische Spielart handelt kenntlich gemacht werden. Wenn sie dann immer noch zum Homöopathen oder Pendler oder Handaufleger gehen möchten wird sie niemand davon abhalten, aber dann sollen sie ihre Unvernunft auch selber bezahlen und das nicht unserem Gesundheitssystem aufs Auge drücken, dass das Geld wesentlich besser verwenden könnte als für Hogwards-Medizin. Wer Kinder hat sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein, und die kann kaum auf “Daran möchte ich aber glauben” beruhen. Denken Sie nicht?

        Das ist es, was die Kritiker wollen. Darum ist es wichtig, ein Informationsnetzwerk ins Leben zu rufen, das genau diese Aufklärung betreibt und all die Informationen liefert, die die Homöopathen verschweigen, ob bewusst oder unbewusst. Zm Wohle des Patienten.

        1. »Und die Methodik, mit der wir festgestellt haben, warum sie nicht funktioniert ist die gleiche, die für all das Wissen verantwortlich ist, dass Sie täglich umgibt und welches Sie benutzen, egal was es ist.« — Das ist augenscheinlich der Verweis auf die wissenschaftliche Methode. Ja, ist mir bewusst. In meinem Artikel erwähne ich ausdrücklich die für mich denkbare Möglichkeit, dass Homöopathie auf noch unbekannten Mechanismen basieren könnte. Für Sie ist schon der Gedanke absurd – das habe ich verstanden. Ich akzeptiere die Möglichkeit, dass etwas, das heute absurd und unwissenschaftlich ist, morgen erklärbar ist. Sie nicht. Das ist in Ordnung. Wir müssen uns da nicht einigen.

          Jetzt zu Ihren Argumenten, mit denen sie das Eifern gegen Homöopathie begründen wollen:

          »Kinder die zu Pillenjunkies erzogen werden« – Das sehe ich ebenfalls als fragwürdig. Ich halte es allerdings fast schon für belustigend, dies ausgerechnet als Argument gegen Homöopathie ins Feld zu führen. Wer verteilt mehr Pillen? Allopathen oder Homöopathen?

          »Verschleppte sinnvolle medizinische Massnahmen. Homöopathen behaupten, alles mit Homöopathie heilen zu können« – Wie ich schon mehrfach sagte, halte ich es ebenfalls für sehr gefährlich, sich nicht mindestens auch, bzw. wohl an erster Stelle, allopathisch beraten zu lassen. Es gibt eine Menge klar definierte Krankheitsbilder, die allopathisch gut in den Griff zu kriegen sind. Allerdings gibt es sehr viele Bereiche, in denen allopathische Medizin scheitert, insbesondere bei den schwierig zu fassenden psychosomatischen Leiden. Menschen, die keine Hilfe von allopathischen Medizinern bekommen haben, wenden sich in ihrer Not an alternative Mediziner, wie zum Beispiel Homöopathen. Wollen Sie ihnen diese Möglichkeit nehmen? »Wenn wir (die Allopathen) dir nicht helfen können, dann soll es auch kein anderer dürfen«?

          »Das Hetzen gegen die Medizin« – Ich habe nicht den Eindruck, dass Personen, die Homöopathie befürworten, generell gegen allopathische Medizin hetzen. Die gibt es sicher, aber ich glaube, sie sind in der Minderheit. Dies ist kein Argument gegen Homöopathie, sondern gegen Kritiker allopathischer Methoden.

          »Das Streben in die Universitäten« – Wenn Homöopathie funktioniert, ist es richtig, dass sie an Universitäten gelehrt wird. Wenn nicht, ist es falsch. Das ist selbst kein Argument für oder gegen Homöopathie.

          »Zusätzliche Kosten für nicht wirksame Therapien bei den Krankenkassen« – Dass homöopathische Therapien nicht wirksam sind, ist eine Behauptung, die zutreffen mag oder nicht. Trifft es nicht zu, dann ist es richtig, dass die Krankenversicherer auch homöopathische Behandlungen bezahlen. Trifft es zu, dann ist es falsch. In beiden Fällen stellt sich die Frage, wie hoch diese zusätzlichen Kosten wirklich sind. Ich gehe davon aus, dass sie vernachlässigbar gering sind im Vergleich mit anderen (allopathischen) Behandlungskosten, deren Wirksamkeit im Übrigen ebenfalls nicht garantiert ist. Sie unterstellen, dass die Kosten für allopathische Behandlungen in jedem Fall gerechtfertig sind. Ich sage: sie sind nur dann gerechtfertigt, wenn es dem Patienten durch die Behandlung besser geht. Das gilt für homöopathische wie für allopathische Medizin.

          »Impfkritik« – Ich weiß nicht, was Impfkritik mit Homöopathie zu tun hat. Dass es unter Homöopathie-Befürwortern Impfgegener gibt, belegt keinen kausalen Zusammenhang und ist, so oder so, kein Argument gegen Homöopathie. Desweiteren implizieren Sie, dass Impfkritik keinerlei Berechtigung hat. Dem widerspreche ich. Die Technik des Impfens hat viele sehr bedrohliche Krankheiten ausgerottet oder zumindest eingedämmt. Daraus kann man jedoch nicht schlussfolgern, dass Impfen (bzw. einzelne Impfpraktiken) generell immun gegenüber Kritik sein müssen.

          Ich sehe da kein Argument, dass nicht an der Frage hängt, ob Homöopathie funktioniert.

          Sie sagen, dass es Studien gibt, die zweifelsfrei belegen, dass sie nicht funktioniert. Ich sehe, dass es viele Personen gibt, die homöopathische Therapien anwenden und damit Erfolge erzielen. Man müsste jetzt also hingehen und Allen, die jemals Heilerfolge mit Homöopathie erzielt haben, ihr früheres Leiden quasi wieder andichten, denn laut der Studien kann die Therapie ja gar nicht funktioniert haben. Das hört sich reichlich absurd an. Versucht man sich zu retten, in dem man alles mit dem Placebo-Effekt erklärt, kommt man auch nicht weiter, denn der Placebo-Effekt ist real und spielt, wie wir wissen, auch in der Allopathie eine große Rolle.

          Erst wenn es gelingt, einen Nachweis zu erbringen, dass keine homöopatische Behandlung jemals jemandem geholfen hat, ist gesichert, dass Homöopathie definitiv nicht funktioniert. Ich glaube, ein solcher Nachweis ist schwer bis unmöglich zu erbringen. Wenn man das akzeptiert, dann kann man vielleicht aufhören, Homöopathie missionarisch bekämpfen zu müssen.

          Die oft dargestellte Schwarz-Weiß-Sicht »entweder Allopathie ODER Homöopathie« entspricht nicht der Realität. Die allermeisten Personen, die Homöopathie befürworten oder ihr gegenüber agnostisch sind, lehnen Allopathie nicht ab, sondern sehen Homöopathie lediglich als weitere Option. Dagegen ist in meinen Augen nichts einzuwenden, und der blinde Homöopathie-Hass nützt niemandem etwas, womit ich wieder beim Ausgangspunkt meines Artikels wäre.

          1. Sie ignorieren meinen Punkt komplett. Es ist 1. vollkommen erklärbar, warum es NICHT funktioniert und 2. müsste sich ja vor einem Erklärungsversuch erst einmal etwas zeigen, dass es zu erklären gibt, sprich eine Wirksamkeit.
            Anyway, Man muss einsehen, wenn Ignoranz pathologisch wird.
            Weiterhin viel Spass.

  28. Danke Schoeschie, auf dieser Basis kann ein vernünftiger Austausch wieder gelingen. Wobei man natürlich auch bedenken muss, dass ein Blog nur funktioniert, wenn Leute sich dort auch gerne austauschen möchten. Es liegt also nicht nur an den bösen Blogbesuchern, sondern in hohem Maße am Betreiber des Blogs, ob es gut gelingt.

    Warum sind wir für unabhängige und seriöse Information zum Thema Homöopathie? Weil ein Patient ein Recht darauf hat, mehr als nur “Wischiwaschi-Info vom Heilpraktiker” zu erhalten . Und weil sich der Glaube an eine angebliche Wirkung einfach hält, ohne dass er je hinterfragt wird.

    Warum wird aufgeklärt und nicht einfach weggesehen, wenn Homöopathie auf gleiche Höhe wie Medizin gestellt wird? Weil sie keine Medizin ist und weil die Versichertengemeinschaft für die Erstattung wirkstofffreier Placebos ein Vermögen mittragen muss, ob sie will oder nicht. Weil sinnvolle und placebokontrollierte Medizin teilweise nicht erstattet wird oder nur nach aufwändigen Fachgutachten. Der Heilpraktiker oder Homöopath ordnet ein Mittel an, das nie Wirksamkeit in seriösen Studien zeigen musste und es wird anstandslos übernommen. Das sollte nicht bis in alle Ewigkeit so weitergehen.

    Daher wird diese Initiative gestartet.

    1. Welche Initiative?

      »Weil die Versichertengemeinschaft für die Erstattung wirkstofffreier Placebos ein Vermögen mittragen muss« — die Krankenversicherer und damit die Beitragszahler müssen jede Menge Kosten tragen, die einen selbst nicht betreffen und die man selbst nicht verursacht, ob man will oder nicht. So funktioniert das Gesundheitssystem. Dass Homöopathie die Krankenversicherer ein Vermögen kostet, wage ich schwer zu bezweifeln. Haben Sie Zahlen? (Wenn Sie Zahlen haben, liefern Sie bitte auch Vergleichszahlen, damit erkenntlich wird, wie hoch der Anteil für Homöopathie ist. Ich verwette mindestens einen hier herumliegenden Werbekuli darauf, dass der Anteil vernachlässigbar gering ist.) Ihnen muss bewusst sein, wie albern dieses Argument ist, da Sie, glaube ich, nicht dumm sind. Daher frage ich mich, wieso Sie es anbringen.

      »Wischiwaschi-Info vom Heilpraktiker« — mit dieser Formulierung unterstellen Sie im Vorbeigehen, dass Heilpraktiker nicht ernstzunehmen sind. Ich frage mich, ob Sie einfach nur provozieren wollen, oder ob das tatsächlich Ihre Auffasung und damit Ihr Wissensstand ist. Falls letzteres, kann ich ihnen mitteilen, dass Ihre hierdurch vermittelte Verachtung auf einem leider weit verbreiteten Vorurteil basiert. Sie mögen sich selber darin gefallen, dass Sie diese Art von Häme verteilen, aber Sie zeigen damit hauptsächlich, dass Sie nicht sonderlich gut informiert sind.

      Nein, ich glaube nicht, dass mir ein »vernünftiger Austausch« mit Ihnen gelingen will.

    1. Ja, ich denke, ich verabschiede mich auch wieder. Wer nicht begreifen will sondern sich in plumpem Dagegenreden übt, um sich selber bei seinen aus Halbwissen zusammengefürfelten Antworten zu gefallen hat den Sinn einer Diskussion micht verstanden. Tut mir leid für die etwas harten Worte , Schoschie, aber leider sehe ich das so.

      Zum Abschluß noch auf Ihre Frage, welche Initiative: Googeln Sie einmal Netzwerk Homöopathie bzw. Informationsnetzwerk Homöopathie, die Medien sind gerade voll davon. Ein Netzwerk aus Ärzten, Wissenschaftlern, Journalisten, Apothekern etc, die einen Contapunkt zu den Falschaussagen der Homöopathen liefern und den Menschen ein Informationsportal anbieten, wo sie all die Infos bekommen, die ihnen Homöopathen vorhalten oder falsch auftischen.
      Vielleicht verstehen Sie dann den Eifer der Kritiker. Und die dürfen Sie dann auch wieder neutral als Kreischer bezeichnen.

      Weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Blog.

  29. Man kann auch einfach immer weiter im Kreis reden und sich selbst gern zuhören. Die anderen zum Gespräch auffordern, sich nicht die Mühe machen, zu lesen, was ein Anderer schreibt – und dann in selten erlebter Überheblichkeit diesem Anderen genau unterstellen, kann nur im Monolog enden. Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie sich tatsächlich dafür interessieren. So what….
    Legen Sie los. Poltern Sie wieder auf mich ein, wenn Sie das brauchen. Ich werde weiterhin versuchen, Eltern klarzumachen, was die Homoeopathieszene aus ihren Kindern macht: Pillenjunkies. Aber Sie haben ja keine Meinung…

  30. Das ist ein wirklich schöner Artikel und er spricht mir aus dem Herzen! Mal abgesehen von den psychologischen Gründen, die einen Homöopathie-Hasser dazu bewegen, gegen etwa anzuhetzen, dass ihn selbst nicht im geringsten betrifft und was er einfach ignorieren könnte, ist es mir unverständlich, wie man annehmen kann, alle universellen Gesetzmäßigkeiten seien bereits entdeckt worden. Es wird immer mit einer völligen Selbstverständlichkeit von dem Placeboeffekt gesprochen oder von Selbstsuggestion. Aber welche Mechanismen genau sind denn hier wirksam? Wo genau ist die Schnittstelle zwischen dem Gedanken und der körperlichen Reaktion? Wie kann es sein, dass allein eine Phantasie über eine angebliche Gefahr den Blutdruck und Puls ansteigen lässt? Wenn jemand an das Finanzamt denkt und dabei einen Blutdruck von 200/110 mmHg bekommt, wo war der materielle Input? Kann man Gedanken, Imagination, Phantasie etc. messen und ihre Wirkung immer wieder reproduzieren? Sind diese Mechanismen deshalb Esoterik, Hokuspokus oder Spinnerei? Solange diese Mechanismen noch nicht erforscht sind, wie kann man dann behaupten, ein beobachtbares Phänomen sei unwissenschaftlich? Ist es normalerweise in der Forschung nicht so, dass man ein Phänomen beobachtet und dann so lange forscht, bis man es verstanden hat? Hätte die radioaktive Strahlung keine schädigende Wirkung gehabt, nur weil der Geigerzähler noch nicht erfunden war? Mich erinnert diese hasserfüllte Hetze gegen die Homöopathie an die Inquisition. Irgendwie scheinen die gleichen psychologischen Gesetzmäßigkeiten zu wirken. Nur gut, dass es heutzutage verboten ist, jemanden an Rädern gebunden in Flüssen zu versenken oder auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen.

      1. Sehr interessant, danke!

        Ich hatte zuerst nur den Artikel selbst gelesen, der mir unauffällig vorkam, aber nach näherem Blick auf die Seite habe ich den Link aus Ihrem Kommentar entfernt, da er zu einem Anbieter von sehr fragwürdigen Produkten und Dienstleistungen gehört, den ich hier nicht unterstützen werde. Das wiederum schmälert leider auch die Glaubwürdigkeit des genannten Artikels. Dennoch danke für den Beitrag!

    1. Danke! Ich hatte ganz ähnliche Gedanken. Wie gesagt: ich bin zu Homöopathie selber agnostisch, d.h. ich behaupte nicht, dass H. funktioniert, da ich das nicht weiss.

      Was mich jedoch stört, ist genau diese Hetze, und die Argumente, die dazu angeführt werden, wie man sie z.B. in vielen der Kommentare unter meinem Artikel wiederfindet. Wenn man sich diese Argumente genau betrachtet, erkennt man, dass diese auf einem Weltbild beruhen, in dem mechanistisch-physikalische Modelle bereits als allumfassend (alles erklärend) begriffen werden.

      Mit der Homöopathie gibt es ein populäres Phänomen, welches im starken Widerspruch zu diesem mechanistisch-physikalischen Weltbild steht, in dem viele von uns es sich eingerichtet haben. An diesem Punkt hat man zwei Möglichkeiten, damit umzugehen: a) man stellt sein Weltbild in Frage; b) man hält an seinem Weltbild fest, muss dann aber Phänomene wie Homöopathie diskreditieren, um die kognitive Dissonanz zu vermeiden.

      Ich habe selbst lange Zeit (b) vertreten, bis mir bewusst geworden ist, dass ich mich damit selbst beschränke, und setze seitdem auf (a), wozu gehört, dass ich Homöopathie zwar weiterhin skurril oder auch »unwahrscheinlich« finde, aber mir nicht erlaube, zu urteilen, dass sie nicht sein kann.

      Die Möglichkeit, dass sie Mechanismen nutzt, die wir noch nicht verstanden haben, und dass wir diese vielleicht eines Tages entdecken, finde ich zumindest faszinierend. Sollten wir stattdessen herausfinden, dass sämtliche homöopathischen Wirkungen, ob anekdotal oder nachgewiesen, tatsächlich reine Bewusstleinsleistungen sind (denn darauf läuft der Placeboeffekt hinaus), dann sollten wir vielleicht deutlich mehr Aufmerksamkeit darauf richten, welche Bedeutung und Einfluß unser Bewusstsein auf die (physikalische) Wirklichkeit hat.

      Das können wir übrigens jetzt schon tun 🙂

    2. “Mit der Homöopathie gibt es ein populäres Phänomen, welches im starken Widerspruch zu diesem mechanistisch-physikalischen Weltbild steht, in dem viele von uns es sich eingerichtet haben.”

      Also, dieses populäre Phänomen, dass Du mit homöopathischen Zuckerkügelchen machen kannst, kannst auch mit nichthomöopathischen Zuckerkügelchen (zB mit der Heiligen FSMoPathie (http://fsmosophica.org/fsmopathie) machen.

      Ausserdem hat keiner mehr, ausser ein paar Esoteriker, seit 100 Jahren ein “mechanistisch-physikalisches Weltbild”. Wir haben heute ein quantenmechanisches, demokratisches säkulares Weltbild. Also ein Bild, welches nicht aus dem Rahmen fallen kann.

      Ramen.

      1. Das mag schon sein. Nehmen wir allerdings an, Homöopathie basiert tatsächlich zu 100% auf Autosuggestion. Jetzt müsstest Du es hinbekommen, dass Deine eigenen speziellen Zuckerkügelchen so ernst genommen werden können (ob nun zu Recht oder zu Unrecht) wie Homöopathie. Mit Sarkasmus wird das nicht funktionieren.

        Das gleiche gilt übrigens auch für nicht-homöopathische Medizin. Wenn ich zu einem Arzt gehe und der mir ein Rezept für ein Mittel gibt, sagen wir, XYZ-Forte® gegen Grippe, und mir dazu erzählt: »Ach übrigens! Es konnte in Studien nicht nachgewiesen werden, dass dieses Mittel überhaupt wirkt; es ist wahrscheinlich bestenfalls ein Placebo. Aber nehmen Sie es ruhig, das wird Ihnen schon irgendwie helfen. Sie müssen einfach dran glauben!« – dann landet das Rezept natürlich in der Tonne. So funktioniert Suggestion nicht.

        Deinem letzten Absatz muss ich aus eigener Erfahrung widersprechen. Die absolute Mehrheit, die sich für wissenschaftlich aufgeklärt und säkular hält, denkt (bewusst oder unbewusst) in uralten klassisch-newtonschen Ursache-Wirkung-Konzepten, bzw. innerhalb der Grenzfall-Physik, wie sie auf Normalbedingungen auf der Erdoberfläche herrscht, denn das ist das, was mir mit unseren Sinnen erleben können. Bei allgemeiner Relativität und Quantenmechanik hört es bei so ziemlich jedem auf, da diese Modelle sehr nicht-intuitiv sind.

        Aber das ist ein gutes Beispiel für eine Analogie. Ich bin mir sicher, der landläufige Homöopathiehasser würde allgemeine Relativität oder Quantenmechanik (wenn sie nicht etablierte und verifizierte Theorien wären) genau so für Hirngespinste halten wie Homöopathie, da sie an zu vielen Stellen augenscheinlich im Widerspruch zu dem stehen, wie er die Realität erlebt, und damit mit seinem persönlichen Realitätsmodell.

        Beide wurden lange Zeit als unsinnig diskreditiert – speziell aus Physikerkreisen, da sie als einzige überhaupt in der Lage waren, im Detail zu verstehen, worum es ging –, bis es gelungen ist, sie in zunehmend vielen Experimenten wiederholt und zweifelsfrei zu bestätigen.

        Nehmen wir an, Homöopathie basiert auf einem immateriellen, z.B. einem Bewusstseinseffekt. Natürlich können wir diesen in Studien nicht nachweisen, da wir bisher nur materielle Phänomene messen können und für alles andere auf subjektive Interaktion angewiesen sind, die zwangsläufig nicht 100%ig neutral oder reproduzierbar sein kann.

        Wir können es uns einfach machen und sagen: es existiert nichts Immaterielles; alles was es gibt, ist entweder Materie oder Energie (so, wie sie unsere aktuellen Modelle beschreiben). Das ist das vorherrschende westlich-aufgeklärte Weltbild. Ein echter Wissenschaftler wird aber sagen: das haut schon ganz gut hin, ist aber wahrscheinlich noch nicht alles, denn hier und da hakt es noch ganz gewaltig! Als theoretischer Physiker wird man es jedenfalls nicht weit bringen, wenn man nicht genau so denkt.

        Gerade wer sich mit dem Wesen des Bewusstseins auseinandersetzt, kommt früher oder später zumindest auf den Gedanken, dass unser aktuelles Verständnis von Materie und Energie anscheinend unvollständig ist, und wir zu viele beobachtete Phänomene ignorieren oder irgendwie weg-erklären müssen, damit es haltbar bleibt.

        Die Haltung, die ich bei vielen Leuten sehe, die sich wissenschaftlich aufgeklärt und säkular nennen, ist m. E. eher eine Form von Religion: es gibt nur das, was es gibt, und etwas anderes darf es nicht geben. »So steht es in der Bibel (Koran, etc.) und so hat es zu sein!« Das ist keine wissenschaftliche, sondern eine konservative (das bekannte Wissen bewahrende bzw. verteidigende) Denkhaltung.

        Eine tatsächlich wissenschaftliche (*Wissen schaffende*) Denkhaltung wäre: hier sind unsere Theorien und Modelle, und bis jetzt funktionieren sie alle sehr gut. Aber wir müssen bereit dafür sein, dass jemand mit etwas Neuem ankommt, aufgrund dessen wir eine bisherige Theorie überarbeiten müssen. Auch wenn dieses Neue noch so radikal in Widerspruch steht zu dem, wie wir bisher überzeugt waren, dass die Dinge funktionieren! Ein kurzer Blick in die Wissenschaftsgeschichte reicht, um sich davon zu überzeugen, dass alle großen Fortschritte in der Wissenschaft genau so verlaufen sind. Rückschritte oder Stillstand hat es stattdessen gegeben, wenn sich Tausende hingestellt und »Ketzerei!« geschrieen haben.

        Deswegen gehe nicht hin und sage »Homöopathie ist Schwachsinn, der gar nicht funktionieren kann!«, denn ich weiß es nicht, und die Argumente oder Nachweise dagegen erscheinen mir genauso wenig restlos überzeugend wie die dafür.

        Ich plädiere nicht dafür, dass Leute hingehen sollten und Homöopathie gegenüber vollständig unkritisch werden. Das wäre gefährlich. Dasselbe trifft aber auf alles zu. Wir sollten keiner Sache gegenüber vollständig unkritisch werden, auch und gerade nicht denen gegenüber, von denen alle Welt überzeugt ist, dass es unantastbares Fakt und reine Wahrheit ist. (Das ist dann nämlich wieder Religion.)

        Ich plädiere dafür, dass wir uns entspannt zurücklehnen, Homöopathie ein bisschen Homöopathie sein lassen, und abwarten, was da kommen mag.

        Und wenn wir nie einen Nachweis finden über einen Effekt jenseits von Suggestion, dann sollten wir vielleicht sehr viel mehr Anstrengung in Bewusstseinsforschung stecken, um herauszufinden, wie wir solche Suggestionseffekte vielleicht auch ganz ohne Zuckerkügelchen nutzen können. Das tun wir aber anscheinend nicht, weil wir es sinnvoller finden, Homöopathie und andere alternative Methoden kaputtzureden, wovon genau niemand etwas hat – außer vielleicht die, die Angst haben vor einer solchen Konkurrenz.

        1. Du brauchst nicht mehr anzunehmen, dass H. auf Autosugg. beruht. H. ist ein Placebo. Ende.

          Ich gehe nicht hin und sage, dass H. Schwachsinn ist, der nicht funzt. Ich gehe hin und sage: H. wirkt wie Zucker. Und deswegen ist es gesetzestechnischer SCHWACHSINN, dass Zucker in der Apotheke zu haben ist.

          Und dswegen plädiere ich dafür, dass man die Heilige Nudelige FSMoPathie auch in die Apotheken gibt.
          http://fsmosophica.org/fsmopathie

          Ramen
          #getSecular!

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